Pfarrer Künzle, auf der ganzen Welt auch als Kräuterpfarrer bekannt, hat in Zizers einen Kräutergarten bekommen – und einen Erlebnisweg. Er führt an wichtigen Stationen seines Lebens in Zizers vorbei.

Eigentlich war Zizers für Pfarrer Johann Künzle eine Art Verbannung. Er war vom Bischof von St. Gallen 1920 nach Zizers versetzt worden, weil er offenbar, so heisst es bei Wikipedia, zweifelhafte medizinische Ansichten pflegte. Unter anderem über die Heilung von Zuckerkrankheit.

Doch das ist längst vergessen. Kräuterpfarrer Johann Künzle hat ein gewaltiges Erbe hinterlassen, unter anderem das Standartwerk «Chrut und Uchrut», das zu Ehren seines 75. Todestages neu verlegt wurde. An vielen Stätten, an denen er gewirkt hat, wird die Erinnerung an ihn hoch gehalten. Nur Zizers war bisher Ödland.

Ein Kräutergarten im Schloss Salis

Das hat sich schon Anfang dieses Jahr geändert. «Zizers jubiliert zu Ehren des legendären Ehrenbürgers Pfarrer Johann Künzle», heisst das Programm, in dessen Rahmen bisher ein Kräutergarten im Schloss Salis, das früher Johannes-Stift hiess, eröffnet wurde. Der Garten ist öffentlich zugänglich und zeigt verschiedene Kräuter, mit denen Pfarrer Künzle gearbeitet hat.

Und seit letztem Freitag gibt es auch einen Pfarrer-Künzle-Erlebnisweg in Zizers. Er beginnt im sogenannten Depot eingangs des Dorfes an der Grenze zu Igis. Dort, wo Johann Künzle vor bald 100 Jahren industrielle Heilprodukte wie Tee, Tinkturen, Salben, Tabletten und anderes herstellte. Weitere Orte finden sich in der Kirche, wo Pfarrer Künzle aber nicht predigte, an der Stöcklistrasse, wo eine Tafel sein einstiges Wohnhaus zeigt – und auf einer Wiese oberhalb des oberen Schlosses.

Ein Ruhebänkli für Künzle

Dort wurde am letzten Freitag nach einer Begehung des Erlebnisweges das Ruhebänkli von Pfarrer Johann Künzle eingeweiht. Über dem Bänkli steht eine Winterlinde, die von Gemeindepräsident Peter Lang symbolisch gepflanzt wurde. «Diese Linde ist ein Geschenk von mir, als Anerkennung für das, was die Initianten dieses Projektes geleistet haben», sagte Peter Lang. Zu ihnen gehört Bartholome Hunger, verschiedene Vertreter von natur.zizers sowie Georges Däscher, der heute in dem ehemaligen Depot von Pfarrer Künzle wohnt und arbeitet.

Und weil das Jubeljahr noch lange nicht zu Ende ist, sind noch weitere Events geplant: Anfang Juli findet eine Alpenkräutertour im Nenzinger Himmel statt und am 14. August soll im Schloss Salis die Wanderausstellung «Chrut und Uchrut» eröffnet werden.

Alle weiteren Informationen rund um das Jubiläumsjahr finden sich hier: Chrutunduchrut.ch.

(Bilder: GRHeute)