Jumbo, Landi, Bauhaus und der Online-Handel haben dem DO IT geschadet: Die Filialen in Chur und Zernez werden geschlossen. Der Entscheid fiel den Erben von Josias F. Gasser nicht leicht, wie sie an einer Medienkonferenz vom Montag sagten.
Jeder kennt den DO IT – fürs Basteln, für Reparaturarbeiten, für Kleinkram im und ums Haus herum. Begonnen hat die Filiale Chur als Baumaterialienhandlung, die der Onkel von Josias F. Gasser bereits 1948 aufgebaut hatte. Es war der erste in Graubünden, wie «Jos» Bruder Lorenz am Montag vor den Medien sagte. Acht Jahre später wurde er vergrössert, und daraus entstand der DO IT Baumarkt. Josias Gasser war damals schon mit von der Partie und fügte 2003 den Bastelshop dazu. Auch damit war er ein Pionier in Graubünden. «Jos selig war der Zeit immer zehn Jahre voraus», sagt Lorenz Gasser.

Doch der DO IT war schon zu Lebzeiten von Josias Gasser in Schieflage, wie sein Neffe und heutiger Verwaltungsratspräsident Georg Gasser jun. sagte. «Nach seinem Tod haben wir die Projektgruppe ‚Let’s DO IT‘ gegründet und Wege gesucht, das Geschäft zu retten.» Dabei zeigte es sich, dass in den Filialen Zernez und Chur derart umfangreiche Massnahmen und Sanierungen angestanden wären, dass es kaum mehr möglich gewesen wäre, die beiden Filialen wirtschaftlich rentabel zu führen. Hinzu kommt, dass das Geschäft mit der Konkurrenz von Jumbo und Landi in Chur und dem Bauhaus in Sargans nicht mehr konkurrenzfähig war. «Der Markt ist übersättigt», sagte Georg Gasser jun.. So entschloss sich die neue Führung, die Filialen Chur und Zernez zu schliessen. Das Geschäft in Chur wird am 2. Mai, das in Zernez Anfang April geschlossen. Küblis und Punt Muragl bleiben bestehen.
90 Prozent der Angestellten können ihren Job behalten. «Es ist uns ganz wichtig, dass wir auch in schwierigen Zeiten für die Werte unseres Unternehmens und von Jos einstehen. Wir wollen einen respektvollen, verlässlichen, wertschätzenden und nachhaltigen Umgang», sagte Georg Gasser. Die Gespräche mit den Angestellten wurden gestern Nachmittag geführt. «Die Stimmung im Team ist gut», sagte Petra Gerster, die ehemalige Filialleiterin in Küblis, die neu in der Geschäftsleitung Einsitz genommen hat. «Wir hatten im Sommer eine Reorganisation, die Führungskräfte wussten, dass wir zu kämpfen haben.»
Was würde Josias F. Gasser zu dieser Entscheidung sagen? «Wir sind ganz sicher, dass Jos gewollt hat, dass wir eine nachhaltige Lösung für den DO IT suchen. Er lag ihm sehr am Herzen», sagte Georg Gasser jun.. «Wir konzentrieren uns jetzt auf Küblis und Punt Muragl und blicken zuversichtlich nach vorne», sagte Petra Gerster.
(Bilder: zVg. Titelbild: DO IT Punt Muragl, Beitragsbild: Die neue Führung vlnr: Georg Gasser, Petra Gerster, Ricardo Oswald.)

