Die Olympischen Spiele 2026 in Milano Cortina sind Geschichte. Zurück bleibt ein ambivalentes Bild. Das Positive zuerst: Die sportlichen Leistungen waren überragend, teils geradezu übermenschlich. Dramen, Helden, märchenhafte Triumphe und bittere Enttäuschungen wechselten sich im Stundentakt ab.
Figuren wie die Bündner Doppel-Medaillengewinnerin Anja Kälin, Bilder von Franjo von Allmen, der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft, Alex Fiva oder internationale Helden-Geschichten wie jene von Federica Brignone, Lindsey Vonn, Johannes Klaebo, Ilia Malinin oder dem NHL-Olympia-Final von gestern werden vielen dauerhaft in Erinnerung bleiben. Vielleicht noch mehr als die nackten 23 Schweizer Olympiamedaillen.
Dezentrales Konzept funktioniert
Auch sportpolitisch hat Milano Cortina ein Ausrufezeichen gesetzt. Das dezentrale Konzept hat gezeigt, dass Olympische Spiele mit bestehenden Infrastrukturen funktionieren können. Gerade im Hinblick auf die Schweizer Kandidatur für 2038 ist das eine wichtige Erkenntnis: Sie entkräftet eines der stärksten Contra-Argumente der Olympia-Gegner.
Fallen die tatsächlich nicht unbegründeten Sorgen um Finanzen und mögliche «Stadionruinen» als Einwand gegen Olympia weg, bleibt der Opposition fast nur noch die prinzipielle Ablehnung des olympischen Gedankens – oft geäussert von Personen, die zum Spitzensport keinen Bezug haben und die emotionalen Werte eines solchen Anlasses unterschätzen.
Gibts den olympischen Geist überhaupt?
Viele Medien kritisierten an Milano Cortina den vermeintlich «fehlenden Geist» der dezentralen Spiele. Natürlich fällt es leichter, olympische Atmosphäre an einem einzigen Ort zu bündeln. Weitgehend auf bestehende Infrastrukturen zu setzen, ist aber ein Kompromiss, den man eingehen muss. Ausserdem hätten die Organisatoren den Olympiageist mit einigen Massnahmen auch im dezentralen Setting mehr herauskitzeln können. Medaillenzeremonien an den Wettkampforten hätten beispielsweise viel zur Stimmung beigetragen.
Spürbar war zudem, dass die Italiener unter Zeitdruck Abstriche machen mussten. Als Beispiel dient das Eishockeystadion. Dieses wurde zwar rechtzeitig fertig, doch das Umfeld wirkte trostlos und alles andere als festlich: Kein einziger Verpflegungsstand auf den grossen Plätzen vor der Arena – tatsächlich kam dabei vor den Spielen weniger Vorfreude und Stimmung auf als bei einem gewöhnlichen NLA-Spiel.
Der Sport steht im Zentrum
Doch machen wir uns nichts vor: Olympische Spiele sind heute in erster Linie ein TV-Ereignis. Der Sport steht im Zentrum, die Kämpfe um die prestigeträchtigsten Medaillen des Wintersports sind der Kern des globalen Interesses. Und dort, im Herzen dieses Ausnahmeanlasses, liefern die besten Wintersportlerinnen und Wintersportler der Welt alle vier Jahre verlässlich das, was Olympia ausmacht: Freude, Spannung und Emotionen, die Fans rund um den Globus verbinden. Auch das ist – gerade heute – viel wert.
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(Bild: Tolle Stimmung im Olympia-Gruppenspiel zwischen der Schweiz und Kanada/GRHeute)



