Die Corona-Kurve zeigt weiter nach unten – bisher gibt es 828 bestätigte Fälle. Eine Person ist in Isolation, neun sind in Quarantäne. Der Kanton hat von 3500 Betrieben Kurzarbeit angemeldet bekommen und insgesamt 70 Milionen Franken ausbezahlt.

Noch kann man nicht von einem Defiebring sprechen. Noch sass der Regierungsrat des Kantons Graubünden in Corpore gegenüber den Plätzen, an denen er sonst sitzt. Noch haben alle minimum einen Stuhl Abstand voneinander. Und noch finden Pressekonferenzen wie am Dienstag im Grossratssaal und nicht im Medienzimmer zwei Stockwerke höher statt.

Die Nervosität der ersten Tage und Wochen nach den ersten Fällen im Engadin ist vorbei. An jenem Tag im März im Churer Restaurant B12 hatte es geschneit. Der Engadiner Skimarathon war abgesagt worden, und das allein zeigte, dass etwas Grosses kommen musste. Etwas, das man aus anderen Ländern schon ein bisschen kannte.

Drei Monate später wird die Kurve jeden Tag flächer. 828 Menschen haben sich mit dem Coronavirus angesteckt, und dabei handelt es sich nur um diejenigen, die auch getestet wurden. 49 Menschen sind gestorben. Aktuell befindet sich eine Person in Isolation, neun sind in Quarantäne. 32 Android-Nutzerinnen und -Nutzer werden mit der Contract-Tracing-App begleitet. Für iPhones ist die App nach wie vor nicht erhältlich. «Das soll sich aber in den nächsten Tagen ändern», wie Gesundheitsminister Peter Peyer vor den Medien sagte. Offenbar wartet man noch auf eine Freigabe.

Auch in der Wirtschaft hat das Virus Spuren hinterlassen, mit deren Aufbearbeitung schon vor längerer Zeit begonnen wurde. 3500 Betriebe haben in Graubünden Kurzarbeit angemeldet, wie Wirtschaftsminister Marcus Caduff sagte. Was den Tourismus betrifft, waren die Leistungsträger Anfang Juni schon viel positiver als Anfang Mai. «Die negativsten Rückmeldungen kommen aus Chur und Davos, wo man auf internationales Publikum ausgerichtet ist.» Und was die Schulen betrifft, so hofft Bildungsminister Jon Domenic Parolini, dass nach den Sommerferien die Kompetenzen wieder an die Kantone zurück gegeben werden.

(Bild: GRHeute)