Die Blutbuche beim Regierungsgebäude ist nicht mehr – die Bilder

Die Blutbuche beim Regierungsgebäude ist nicht mehr – die Bilder

Die Blutbuche neben dem Regierungsgebäude in Chur ist gestern Nacht den Sturmböen und dem Gewitter zum Opfer gefallen. 

Rund 100 Jahre stand die imposante Blutbuche. Nach Sturmschäden und Pilzbefall wurden vor drei Jahren Entlastungsschnitte vorgenommen, ausserdem wurde der Baum gestützt. Man wolle ihn so lange wie möglich am Leben halten, hiess es vor drei Jahren, da viele Churerinnen und Churer eine emotionale Verbindung zur Blutbuche hätten. Noch im Juni stand die Blutbuche trotz der «Alterserscheinungen in voller Pracht.

Heute Morgen dann der Schreck. Die Blutbuche ist gestern Nacht den Sturmböen zum Opfer gefallen.

 

Das Regierungsgebäude wurde durch den Abbruch offenbar nicht beschädigt. Wie mächtig der Baum war, zeigt sich an der Wiese vor dem Regierungsgebäude, die fast vollständig durch den Baum und die Baumkrone eingenommen wird.

 

 

Die Blutbuche hatte auch eine grosse ökologische Bedeutung: Je älter und grösser eine Buche wird, desto interessanter wird sie als Lebensraum für Lebewesen. Zahlreiche Vogel- und Insektenarten fanden in den Astlöchern einen Brut- oder Schlafplatz. Auch verschiedene Pilzarten besiedelten die Bäume und führten auf eine natürliche Weise zu dessen Zersetzung.

 

Die Bruchstellen zeigen, dass der Baumstamm durch den Pilzbefall nicht mehr die Kraft hatte, den Sturmböen zu widerstehen.

 

Auch die Halterungsvorrichtungen konnten den Baum nicht mehr länger stützen.

 

Die Buche wurde vermutlich bei der Neugestaltung des Regierungsplatzes in den 1920er Jahren gepflanzt und seit 2012 überwacht. Die Infotafel gab dazu entsprechende Informationen. 

 

Die Mimik der Skulptur auf der Wiese neben dem Regierungsgebäude bekam am Mittwochvormittag durch den Abbruch der Blutbuche eine ganz neue Bedeutung.

 

Es war klar, dass sich der Baum nicht mehr vollständig erholen kann und früher oder später absterben wird. Die Blutbuche sollte aber so lange wie möglich erhalten bleiben, so dass sie ihre wertvolle ökologische Funktion noch einige weitere Jahre erfüllen konnte. Die Churerinnen und Churer werden den imposanten Baum sicher noch lange in Erinnerung halten. Die Blutbuche soll durch einen eigenen Abkömmling ersetzt werden. 

 

 

 

(Bilder: GRHeute)

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Mathias Braendli

Redaktor Region/Sport
Marketeer, Ex-Schreiberling beim BT, Radio Grischa, Touchdown Europe und 20 Minuten. Hört Dylan, Adam Green, Ryder the Eagle und Helloween und fliegt von Football und Hockey über Jassen zu Clash Royale.