Was für ein Auftakt in den 93. Spengler Cup! Im Auftaktspiel hat der HC Ambri-Piotta das Davoser Einsstadion in einen Hexenkessel verwandelt, wie man ihn in Davos selten erlebt. Und nicht nur das: Die Leventiner besiegten im Startspiel den favorisierten russischen KHL-Vertreter Ufa mit 4:1. Im Abendspiel setzte sich das Team Canada gegen den tschechischen Meister Trinec mit 4:1 durch.

Dass der HC Davos und der HC Ambri-Piotta so etwas wie Brüder im Geiste sind, leben die befreundeten Fans seit Jahrzehnten. Als «kleine Dorfklubs» gegen die Millionärsequipen aus den Grossstädten zu bestehen, das verbindet. Und während der HCD die Geschichte und seine unzähligen sportlichen Erfolge auf seiner Seite hat, ist der HCAP wegen seiner ausgeprägten Fan-Kultur Kult in der Schweizer Sportszene. Wie das in der Praxis geht, zeigten die stolzen Blau-Weissen zum Spengler-Cup-Start in Davos: So wie der Davoser Eispalast beim Auftaktspiel bebte, zitterte und jubelte, hat es sich wohl nicht einmal das Spengler-Cup-OK erträumt. Ambri verwandelte seinen ersten Auftritt am Traditionsturnier in einen Triumph. Auf den ausverkauften Rängen dominierte Blau-Weiss, der ganze Nachmittag über wurde gesungen, musiziert und gefeiert.

Vor allem aber auf dem Eis überzeuget Ambri, wo die Mannschaft von Luca Cereda einem der stärksten Teams der KHL keine Chance liess und 4:1 gewann. Ambri schoss seine Tore gegen Salawat Ufa in Überzahl, in Unterzahl und bei fünf gegen fünf. Den Auftakt machte Robert Sabolic nach nur 148 Sekunden, noch vor der ersten Pause erhöhte Captain Michael Fora per Shorthander auf 2:0, in der 24. Minute war Marco Müller im Powerplay erfolgreich. Dieses 3:0 war so klar wie verdient. Und dies in einer Woge der Begeisterung, die man in Davos sonst leider nur in den Playoffs erlebt. Nicht, dass man es dem HCAP nicht gönnen mag. Wie gesagt, der HCD und der HCAP – das ist eine tiefe Freundschaft, bei der man sich alles Gute gönnt. Wir freuen uns jedenfalls aus Herzen auf den weiteren Turnierverlauf mit den Tessinern!

Effiziente Kanadier

Im Abendspiel siegte das Team Canada gegen den tschechischen Meister Trinec 4:1. Dabei zeigten sich die Kanadier besonders im Abschluss effektiv. Die ersten zwei Treffer erzielten die Kanadier im Powerplay durch Kris Versteeg und Kevin Clark. Erneut Clark war es, der in der 27. Minute eine Zwei-gegen-Eins-Situation nach perfekter Vorarbeit von Ian Mitchell zur vermeintlichen Vorentscheidung abschloss. Doch die Tschechen reagierten umgehend mit dem 1:3 durch Aron Chmielewski. Trotz intensiver Bemühungen kamen sie aber nicht mehr näher heran – im Gegenteil: Clark, Stürmer bei den Rapperswil-Jona Lakers, machte mit seinem dritten Treffer und dem 4:1 ins leere Tor alles klar.

Am Freitag kommt es somit am Spengler Cup zu den Spielen TPS Turku – Salavat Yulaev Ufa (15.10 Uhr) sowie HC Davos – HC Oceláři Třinec (20.15 Uhr). 

 

(Bild: spenglercup.ch)