Die Krankenkassenprämien steigen nächstes Jahr schweizweit durchschnittlich um 0,2 Prozent, deutlich weniger als in Vorjahren. Die Bündnerinnen und Bündner können davon aber nicht «profitieren», im Kanton steigen die Prämien um 1,9%.

Die Kosten im Gesundheitswesen nehmen laufend zu, unter anderem wegen des medizinischen-technischen Fortschritts und der demografischen Entwicklung. 2018 bezahlte die obligatorische Krankenversicherung schweizweit Leistungen von total 32,6 Milliarden Franken. Bundesrätliche Massnahmen zur Kostendämpfung – vor allem die Anpassung des ambulanten Ärztetarifs Tarmed im letzten Jahr – hätten besser gewirkt als erwartet, so Bunderat Alain Berset gestern gegenüber den Medien.

«Nicht nachvollziehbar»

Wenig spürt davon allerdings die Bündner Bevölkerung, die Prämien werden hierzulande um durchschnittlich 1,9% steigen. Den Bündner Amtsleiter des Gesundheitsamts, Rudolf Leuthold, kann dies nicht nachvollziehen. «Wenn man die Kostenentwicklung in den Kantonen anschaut, sieht man, dass unsere im ersten Halbjahr 2019 schweizweit ganz klar unterdurchschnittlich lag», so Leuthold gegenüber dem Regionaljournal von SRF. Das Bundesamt für Gesundheit begründete den Anstieg mit dem zu erwartenden Kostenanstieg in Graubünden.

Wechsel der Krankenkasse prüfen

Es lohne sich auf jeden Fall zu kontrollieren, ob ein Wechsel der Versicherung für den einzelnen Sinn mache, meinte Leuthold weiter. Der Amtsleiter geht davon aus, dass sich je nach Einzelfall deutlich über 100 Franken bei der Grundversicherung für die gleichen Leistungen sparen lasse. «Eine Versicherung, die letztes Jahr billig war, muss es im kommenden Jahr nicht mehr sein», erwartet er für die kommenden Monate ein äusserst heterogenes Bild bei den Angeboten der Krankenkassen.

 

(Symbolbild: Pixabay)

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