Ein neues Angebot des Vereins IG offenes Davos ermöglicht den Geflüchteten, am sommerlichen  Spass und Vernügen im erfrischenden Nass teilzunehmen. Ein Schwimmkurs soll sie dazu befähigen, sich künftig sicher und selbstständig im Hallenbad und den offenen Gewässern bewegen zu können.

Es ist Sommer und die Seen locken zum Baden. Schwimmen lernt in der Schweiz jedes Kind. In vielen anderen Ländern ist das jedoch nicht so selbstverständlich. Damit Hallenbadbesuche und offene Gewässer für sie nicht zu einer Gefahr werden, organisiert der Verein IG offenes Davos einen Schwimmkurs. Seit Mitte Juli nehmen daran zwölf unbegleitete Minderjährige teil – unter der Leitung der Schwimmlehrerin Sandra Weder. Initiiert hat den Schwimmkurs ein geflüchteter Jugendlicher, der schon mehrfach das Hallenbad besuchte, aber leider nicht selbstständig schwimmen lernen konnte, weiss Jürg Grassl vom Verein IG offenes Davos zu berichten. Nun stellt der Verein den Jugendlichen für zehn Schwimmstunden eine Schwimmlehrerin zur Verfügung. In dem über mehrere Wochen dauernden Schwimmkurs sollen die Jugendlichen lernen, sich selber sicher im Wasser zu bewegen. Auf offene Ohren und Unterstützung stiess das Anliegen auch im Transitheim Laret, deren Betreuer die Jugendlichen begleitet, beim Amt für Migration, welches die Eintritte bezahlt, und beim Hallenbad Davos, welches den Schwimmkurs mit Spezialkonditionen unterstützt und einige Jungs mit liegengebliebenen Badehosen ausgerüstet hat.

Die Jugendlichen zeigen sich sehr motiviert und haben dank Schwimmlehrerin Sandra Weder schnell Vertrauen ins Element Wasser aufgebaut. Auch wenn die Schwimmversuche anfänglich noch unbeholfen wirkten, nach der ersten Stunde kraulen die Jungs schon von Beckenrand zu Beckenrand. Auch wenn noch mehr Krampf als Schwimmstil zu erkennen ist und auch immer mal wieder Wasser statt Luft im Mund landet. «Der Wille schwimmen zu lernen, ist gewaltig gross», beobachtet Sandra Weder, «sie lassen sich nicht unterkriegen.» Sie ist überzeugt, dass diese Jungs diese Einstellung nicht nur im Schwimmbecken, sondern auch im Leben weiterbringt. 

Das Schwimmen ist eine willkommene Alternative zu dem unter den Flüchtlingen sehr aktiv und selbstständig gespielten Fussball. Gut möglich, dass einige der Jungs im Schwimmen als Kraft- und Leistungssport ein neues Hobby finden. So sollen ihnen im Schwimmkurs auch Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sie dieses Hobby künftig ausüben können und allenfalls auch Anschluss und Integration im Schwimmverein finden können. Bereits haben sich auf einer Warteliste weitere Jugendliche eingetragen, die das Schwimmen ebenfalls erlernen möchten. Der Verein IG offens Davos ist darum nun auf der Suche nach Spenden, die weitere Schwimmkurse ermöglichen.

Spendenkonto

IBAN: CH97 8108 4000 0052 6552 9                    
Inhaber: IG offenes Davos   
Bank: Raiffeisenbank Mittelprättigau, Davos
Vermerk: Schwimmkurs

 

(Bild: zVg.)