Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Ariane Ehrat tritt Mitte nächstes Jahr als CEO der Destination Engadin St. Moritz zurück. GRHeute hat mit ihr über ihr altes und ihr neues Leben gesprochen.

Ariane Ehrat, warum geben sie ihr Mandat ab?

Mit der Gebietsreform wird die Tourismusorganisation Engadin St. Moritz ab dem 1. Januar 2018 in eine neue Rechtsform mit teilweise neuen Aufgaben überführt. Die Tourismusorganisation und die Zukunft des Tourismus im Oberengadin liegen mir sehr am Herzen. Mit dieser rechtzeitigen Ankündigung können der aktuelle Vorstand und der zukünftige Verwaltungsrat die Übergabe sorgfältig planen.

Worauf sind sie besonders stolz, was sie in den zehn Jahren bei Engadin St. Moritz erreicht haben?

Aus dem Zusammenschluss von 13 Gemeinden ist eine Organisation entstanden mit dem Ziel, die bisher örtlichen Strukturen effizient in einer regionalen Vermarktung zu stärken. Dadurch war es erst möglich, dass zum Beispiel ein «Bergbahnen inklusive» oder das Angebot «Hotel+Skipass» mit je über 100 Partnern im ganzen Oberengadin eingeführt werden konnten. Und das sind nur einige von dem, was wir erreicht haben.

Was würden sie rückblickend anders machen?

Im Nachhinein wünsche ich mir mehr Gelassenheit. Ich hätte mir nicht so viel Sorgen machen müssen und hätte eine fünf auch mal gerade sein lassen können.

Sie «mussten» in die Fussstapfen von Hans Peter Danuser treten, der ja quasi St. Moritz «war». Jetzt gehen sie, die sich ebenfalls etwas aufgebaut haben, das man mit ihnen verbindet – das heisst: der oder die Nachfolgerin tritt ein sehr, sehr schweres Erbe an. Was muss er/sie an Rüstzeug mitbringen, um ihnen und Danuser ebenbürtig zu sein?

Das wird der neue Verwaltungsrat entscheiden. Es steht mir gar nicht zu, mich dazu zu äussern. Aber auf jeden Fall braucht man gute Ausdauer, ein dickes Fell und die Unterstützung von massgebenden Leuten.

Wenn Sie Glücksfee spielen könnten, wen würden sie für die Destination Engadin St. Moritz als Nachfolger/-in wählen?

Darüber habe ich noch keine Sekunde nachgedacht. Es dauert ja auch noch über ein Jahr, bis ich wirklich abtrete.

Das Engadin lebt ja vom Jet Set und all seinen schillernden Figuren. Werden sie St. Moritz verlassen und wenn ja, werden sie das Drumherum vermissen?

Das Engadin lebt tatsächlich vom Jet Set, aber auch von den unterschiedlichsten Gästen. Ich habe eine Liebe zu diesem Tal entwickelt, und diese wird bestehen bleiben. Sie ist weniger vergänglich als zum Beispiel eine Liebesbeziehung zu einem Menschen.

Was sind ihre Pläne?

Ich habe noch keine Pläne. Neben operativen Tätigkeiten verspüre ich den Wunsch, künftig auch mehr strategisch tätig zu sein, dies in Form von ein bis zwei VR-Mandaten.

Der Bündner Tourismus steckt in der Krise. Was macht St. Moritz richtig und was kann der Rest des Kantons von der Destination lernen?

Mehr Mut und gegenseitiges Vertrauen. Das gilt für den ganzen Kanton Graubünden und auch für das Engadin.

 

(Archivbild: EQ Images)