Vera Stiffler will am 20. Oktober Nationalrätin werden. Um diesem Ziel einen Schritt weiter zu kommen, lud sie ihre Parteifreundinnen und Parteifreunde zu einem Abend in die RhB-Werkstätten in Landquart ein.

Seit bald anderthalb Jahren ist Vera Stiffler Verwaltungsrätin der RhB, die erste Frau, die in diesen Verwaltungsrat gewählt wurde. Für die Churer FDP-Nationalratskandidatin war es wie ein nach Hause kommen: Schon von 2008 bis 2012 hatte sie für die Rhätische Bahn im Marketing gearbeitet.

So war es sonnenklar, dass Vera Stiffler – RhB-Direktor Renato Fasciati nannte sie «meine Chefin» – an den Ort ihres bisher grössten Triumphs einlud. «Zuerst wollten wir die Veranstaltung im Verwaltungsratssaal im Hauptsitz in Chur machen. Doch dann entschied ich mich für die Hauptwerkstatt in Landquart.» Der Ortswechsel hat sich gelohnt: Es gab am Mittwoch Informationen aus erster Hand. Einmal aus der strategischen Warte von Vera Stiffler, einmal aus der operativen Warte von Renato Fasciati.

Renato Fasciati beschränkte sich auf die bereits bekannten Werte: Dass die RhB die grösste Meterspurbahn der Schweiz ist, dass die Kapazitätsgrenzen im Vereina nach 20 Jahren Betrieb erreicht sind und dass die Entwicklung von Minus ins Plus auf der Touristenseite der letzten Jahre turbulent waren. «Schön dass du hier bleibst», sagte ihm zum Abschluss Andrea Thür-Suter, die Kreispräsidentin der FDP in Bezug auf die Gerüchte, dass der RhB-Chef zur SBB wechseln könnte.

Röteli auf der Alp Grüm

Strategisch sieht Vera Stiffler die RhB in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation und dass die RhB es sich auf die Fahne geschrieben hätte, faszinierend anders unterwegs zu sein. «Es gab diese lustige Geschichte, dass der Lokführer des Bernina-Express auf der Rückfahrt in der letzten Kurve vor der Alp Grüm jeweils einige Male pfeift, so dass der Wirt wusste, dass Getränke geliefert werden sollten», sagte Vera Stiffler. «Wir haben diese Geschichte zum Anlass genommen, das auch sicher zu stellen: Wenn jetzt die Loki in der letzten Kurve vor der Alp Grüm pfeift, weiss der Wirt, wieviele Röteli an Bord des Bernina-Expresses verlangt werden.» So würden immer wieder Kooperationen gesucht und gefunden. Für die Zukunft versprach Vera Stiffler den Halbstundentakt nach Zürich – «leider erst 2026» – und modernes Rollmaterial.

Nach einer anschliessenden Führung durch die Werkstätten, in dem einige Beautys auf Schienen zu bewundern waren, gab es einen Apéro riche mit Flammkuchen aus dem Big Green Egg. Das ist deshalb erwähnenswert, weil das Essen von Andreas Züllig, Gastgeber im Schweizerhof auf der Lenzerheide und selbst Nationalratskandidat – «der mit dem Rezept» – zubereitet und serviert wurde. Seine geheime Zutat: Bergschnittlauch aus über 1000 Meter über Meer.

(Bilder: GRHeute)