An einem regnerischen Wochenende, das ein leeres Arosa vorausahnen liess, brachte die Arosa ClassicCar Tausende Oldtimer-Fans ins idyllische Bergdorf. Den Rennfahrer gelang es, trotz der schwierigen Bedingungen herausragende Leistungen zu zeigen und die vielen Zuschauer zu begeistern. Die Arosa ClassicCar war einmal mehr ein voller Erfolg.

Nachdem manch ein Fahrer bereits seit einigen Tagen den wunderschönen Spätsommer in Arosa genoss, trafen am Donnerstag die meisten der total 159 Teilnehmer mit Begleittross in Arosa ein. Im Fahrerlager herrschte reger Betrieb und Vorfreude hing in der Luft. Nach der offiziellen Eröffnung mit der Zeremonie in der Eventhalle des Sport- und Kongresszentrums und dem Fahrerbriefing fanden Fahrer und Besucher ihren Weg ins Dorf, wo um 18 Uhr der traditionelle Corso gestartet wurde. Ein Fahrzeug nach dem anderen drehte seine Runden vom Obersee bis nach Innerarosa und zurück. Was für ein Anblick: Alle Fahrer präsentierten stolz ihre Sport-, Touren- und Rennautos und winkten fröhlich dem zahlreich erschienenen Publikum zu. Viele Zuschauer bestaunten die Wagen und liessen sich nicht vom kühlen Wetter beeinflussen. Ab und zu war auch ein Sonnenstrahl zu erhaschen, die Stimmung war mystisch, so wie der Corso der Autos vor der Bündner Bergkulisse.

Anspruchsvoller Trainingstag am Freitag

Schon früh war klar, dass es einen kniffligen Trainingstag geben wird. Die Bedingungen waren nass und dadurch schwierig. Der Regen hielt die Rennfahrer jedoch nicht davon ab, im Training alles zu geben. Konzentriert und voller Elan wurden die beiden Trainingsfahrten absolviert. Auch die Mechaniker waren gefordert: bei der Nässe und den Temperaturen mussten sie all ihr Können beweisen, um die Oldtimer in Schuss zu halten. Zwischen den Trainingsfahrten fanden auch in diesem Jahr wieder die traditionellen Renntaxifahrten statt. Die ehemaligen Rennfahrer Marcel Fässler und Marco Werner rauschten in den neusten Audi R8 Spyder und Coupé Modellen die Strecke hoch. Harald Demuth und verschiedene Hobby-Rennfahrer chauffierten die Gäste in Audi RS 3 bis 6 auf dem Beifahrersitz von Langwies nach Arosa. Trainingsschnellster war Vorjahressieger Thomas Amweg, er erreichte das Ziel in Arosa mit seinem BMW Martini MK50 03 in einer Zeit von 5 Minuten und 11 Sekunden.

Turbulenter erster Renntag

Früh waren die Motorengeräusche der Fahrzeugüberführung nach Langwies im Dorf Arosa zu hören. Der erste Wertungslauf startete gut, trotz des regnerisch-kalten Wetters. Einer der Rennfahrer verlor allerdings aufgrund eines Getriebeschadens Öl auf der Strecke, weshalb ein temporärer Rennstopp veranlasst werden musste, um die Strecke zu reinigen. Der erste Wertungslauf wurde gestrichen, am Samstag zählte somit nur der Lauf am Nachmittag zur Gesamtwertung. Weder Zuschauer noch Rennfahrer liessen sich aber davon abhalten, den ersten Renntag in Arosa zu geniessen.

Die IWC Racing Auto Enthüllung mit Ex-Formel-1-Star Karl Wendlinger.

Viele statteten spontan dem Arosa Bärenland und Bär Napa einen Besuch ab, was dem Bärenland Rekordeintritte für einen Regentag bescherte. Auf den Tribünen befanden sich am Nachmittag trotz des regnerischen Wetters auch zahlreiche Zuschauer, um die spektakuläre Einfahrt ins Ziel zu bestaunen. Auch entlang der Strecke an den zahlreichen Gastro-Ständen oder in der Arosa ClassicCar Circle-Bar wurde lebendig diskutiert, wie die Renntage wohl ihren Ausgang nehmen, wenn ein Wertungslauf fehle. Dank des Rennstopps am Vormittag hatten die Zuschauer noch mehr Zeit, um sich mit den Fahrern auszutauschen und die Preziosen im Fahrerlager zu bestaunen. Am Nachmittag, nach Rennaufnahme, wurde wo immer möglich das Renngeschehen im Trockenen verfolgt und das leckere Kulinarik-Angebot in der Eventhalle von Köbi Schudel und seinem Team von Arosa Gourmet & Events reichlich genutzt.

Die Tagessieger an der 14. Arosa ClassicCar

Am Sonntag zeigte sich das Wetter gnädiger als die beiden Tage zuvor. Der Tag startete trocken, aber mit dichtem Nebel. Dieser verzog sich allerdings schon bald und den letzten Wertungsläufen stand nichts mehr im Wege. Die Rennfahrer konnten auf der meist trockenen Fahrbahn nun endlich zeigen, was in ihnen und ihren Preziosen steckt. Auch die Zuschauertribünen und die Aussichtspunkte an der Strecke füllten sich gut und das begeisterte Publikum winkte den vorbeirauschenden Rennfahrer mit viel Motivation zu. Nach dem Mittag fand der traditionelle Einheimischen-Corso zwischen Langwies und Arosa statt. 19 Fahrzeughalter aus dem Tal und Arosa präsentierten ihre persönlichen Oldtimer-Prachtstücke. Auf den letzten Wertungslauf der Rennfelder folgte dann um 17:30 Uhr die Preisverleihung. Die grossen Gewinner der 14. Arosa ClassicCar sind Thomas Amweg als Sieger der Competition Formula Klasse und Marcel Hayoz als Gewinner der Competition Klasse. Die schnellste Zeit erreichte Thomas Amweg mit 4 Minuten und 19 Sekunden und feierte den Tagessieg. Gewinner der Arosa Classic Sport Trophy (Regularity Klasse) ist Andreas Portmann mit einer Differenz seiner beiden Läufen von 0.63 Sekunden. Als Sieger der Arosa Classic Trophy (Regularity Klasse) ging Bart den Hartog hervor mit einer Differenz von 0.13 Sekunden. Den ersten Platz in der Damenkategorie holte sich Britta Bächli, mit ihrem Porsche 356 PRE-A.

Die strahlenden Formula-Tagessieger.

Rennleiter Ueli Schneiter fasst den Event zusammen: „Natürlich ist es schade, dass wir dieses Jahr wieder Pech mit dem Wetter hatten. Trotzdem war der Anlass ein toller Erfolg. Wir freuen uns über die zahlreichen Komplimente von Fahrern und Gästen, die das Bergrennen trotz dem regnerischen Wetter genossen.“ Das OK der Arosa ClassicCar spricht allen Sponsoren und Gönnern sowie den rund 405 unermüdlichen und sehr motivierten Voluntari einen grossen Dank aus. Ohne ihre Unterstützung wäre eine Durchführung des Bergrennens nicht möglich gewesen. Ein zusätzlicher Dank geht an die rund 10‘000 Zuschauer, die trotz des nasskalten Wetters die Rennfahrer an der Strecke und im Zielbereich anfeuerten. Denn die Verlockung war auch dieses Jahr wieder gross, das Renngeschehen im warmen Zuhause auf dem Live Stream zu verfolgen.

Nach einem geglückten zweiten Renntag und einer ruhmreichen Siegerehrung machen sich nun die Fahrer mit ihren Preziosen wieder auf den Heimweg. Die fleissigen Helfer der Arosa ClassicCar werden die Infrastruktur zurückbauen und Arosa verwandelt sich wieder in das malerische Bergdorf, ohne Motorengetöse. Die Organisatoren freuen sich bereits auf die nächste Arosa ClassicCar vom 29. August bis 1. September 2019.

 

(Quelle/Bilder: zVg.)