Clara Caminada kam vor zehn Jahren aus Paris in die Schweiz – und ist geblieben. Nicht zuletzt, weil sie bei Hamilton in Bonaduz gefördert und als erste Frau in die Geschäftsleitung gewählt wurde.

Wo Clara Caminada aufwuchs – in einem Vorort zwischen Paris und Versailles – ist das Lebensmodell, das sie lebt, schon seit den 70er Jahren Standard. «Meine Mutter hat immer gearbeitet», sagt Clara Caminada. Als sie selber Mutter wurde, gab es für sie keinen Grund, mit arbeiten aufzuhören. Und, für Bündner und auch Schweizer Verhältnisse auch im  3. Jahrtausend noch eher ungewöhnlich: Ihr Mann zog mit.

Clara Caminada und ihr Mann arbeiten beide je 90 Prozent. Kennen gelernt haben sie sich vor 15 Jahren an der ETH, wo Clara Caminada ihren Doktor in Biologie machte. Als er mit dem Studium fertig war, kam er zurück nach Graubünden und arbeitete bei Hamilton.  «Da war es Zeit für uns, zusammen zu ziehen», sagte Clara Caminada – und zog nach. Ihr Mann arbeitet mittlerweile in einer Kaderfunktion eines Medizindiagnostik Unternehmens in Liechtenstein.

Clara Caminada ging dahin, wo ihr Mann aufgehört hatte: zu Hamilton. Als die Stelle in der Geschäftsleitung bei Hamilton frei wurde, hat sich Clara Caminada von sich aus beworben. «Ich bin hingegangen und hatte eine klare Vorstellung wie ich an der Weiterentwicklung der Business Unit arbeiten würde .» Sie hat überzeugt – und den Job bekommen. «Es war ein Wagnis, aber es hat geklappt», sagt Clara Caminada. Sie kann an einigen Tagen in der Woche früher nach Hause und die Kinder abholen. «Wir brauchen die Präsenzzeit, um Projekte zu koordinieren, aber ansonsten kann man vieles auch im Home Office erledigen. Meiner Erfahrung nach können flexible Arbeitsmodele hohe Leistungen fördern.»

Die 38-jährige ist sich schon seit dem Studium gewohnt, eine Minderheit zu vertreten.   «Es kann schon sein, dass ich die einzige Frau unter Männer bin. Manchmal frage ich mich, ob ich etwas mache, weil ich eine Frau bin, oder weil ich ich bin.» Aus diesen Gesichtspunkt macht es keinen Unterschied zu ihrem Job vorher, als sie noch nicht in der Geschäftsleitung war. «Vielleicht ist das meine Stärke, dass ich mich nicht in erster Linie als Frau sehe, sondern als einer der Spieler im Team.» Clara Caminada findet Diversität in Teams wichtig und wünschte sich noch mehr Frauen in ihrer Position: «Diverse Teams bringen kreative Lösungen.»

Clara Caminada ist heute rein vom Status gesehen höher eingestuft als ihr Mann. «Das ist kein Problem. Wir haben uns immer gegenseitig in Beruf und Familie unterstützt.» Das Paar lässt sich die nötige Freiheit und wünscht sich das auch für ihre Kinder: Die Freiheit, ihren eigenen Weg ohne gesellschaftlichen Druck zu wählen.

(Bild: zVg)