Origen-Intendant Giovanni Netzer kündigte am Neujahrsapéro einen neuen Schwerpunkt des Origen-Programms an. Das Musiktheater will mehrere leer stehende Gebäude im Dorf Riom instandsetzen und das Dorf neu beleben. Die Kantonsregierung und die Standortgemeinde Surses haben bereits beschlossen, das Projekt substantiell zu fördern.

Origen hat sich bereits in den vergangenen Jahren intensiv mit infrastrukturellen Aufgaben befasst. Das Riomer Festival hat bislang rund neun Millionen Franken in den Ausbau der kulturellen Infrastruktur gesteckt. Die aussergewöhnlichen Bauten – Burg Riom, Villa Carisch, Wintertheater und der Julierturm – tragen wesentlich zur Profilierung des Festivals bei.

Alle diese Investitionen wurden durch Beiträge der öffentlichen Hand, von namhaften Kulturstiftungen, von Wirtschaftssponsoren (GKB, ewz) und vor allem durch Beiträge von Privaten ermöglicht.

Die zukünftige Nutzung des Gemeindehauses

Als Beispiel für eine wichtige Umnutzung, die bereits aufgegleist sei, nannte Netzer das Riomer Gemeindehaus. Das ehemalige Schulhaus am Dorfplatz habe eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach dem Dorfbrand von 1864 habe Lurintg Carisch, der reichste Mann im Dorf, das Schul- und Gemeindehaus am Platz neu errichten lassen. Mit hohen Räumen, eleganten Fenstern und einer prominenten Lage habe er der dörflichen Gemeinschaft und der Ausbildung der Jugend einen hohen Stellenwert beigemessen, die sich auch in der Architektur abbildete. «Das alte Schulhaus war modern, lichtdurchflutet, keine muffige Schreibstube für Wintermonate, sondern ein zukunftsweisendes Bauwerk. Ein kräftiger Dachgiebel, ein hohes Eingangstor, eine markante Sockelbildung gaben dem Bauwerk Bedeutung und Kraft, die es durch die letzte Renovation weitgehend verloren hat.» Origen will das Haus am Platz instandsetzen und neu nutzen.

Im Erdgeschoss werden – in Analogie zur alten Kanzlei – Einheimische, Gäste, Künstler empfangen. Hier kann sich der Gast informieren lassen, ein Ticket kaufen, mit den Mitarbeitern des Festivals in Kontakt kommen. Im ersten Obergeschoss wird die Produktionsabteilung des Festivals angesiedelt, im 2. Obergeschoss die Entwicklungsabteilung, das Baubüro, das Zukunft plant. «Die zukünftige Nutzung des Gemeindehauses zeugt von grosser Kontinuität. Es stärkt – wie früher – die dörfliche Gemeinschaft, investiert in die Zukunft, erhält das Dorfbild und fördert den Kontakt zwischen Einheimischen und Gästen.»

Beiträge der öffentlichen Hand

Die Regierung des Kantons Graubünden fördert den Ausbau der «systemrelevanten Infrastrukturen» in Riom mit einem namhaften Beitrag. Die Standortgemeinde Surses hat Origen das leerstehende Gemeindehaus im Baurecht überlassen und damit eine der Voraussetzungen für eine Neubelebung des Dorfzentrums geschaffen.

 

(Bilder: Origen/Benjamin Hofer)