Die Endokrinologie beschäftigt sich mit Hormonen und ihren Wirkungen; Diabetes mellitus ist der Oberbegriff für Krankheiten, die mit einem hohen Blutzucker einhergehen. Der Zuckerspiegel im Blut wird wesentlich durch das Hormon Insulin gesteuert, die Diabetologie ist deshalb ein Teilgebiet der Endokrinologie.

Endokrinologie: Schilddrüsenprobleme am häufigsten 

Die Endokrinologie umfasst eine grosse Zahl von Krankheiten. Zahlenmässig am häufigsten sind Patientinnen und Patienten mit Schilddrüsenproblemen, die oft die Zusammenarbeit mit Nuklearmedizinern oder chirurgisch tätigen Kollegen erfordert. Ein kleines Teilgebiet sind Hypophysenerkrankungen: Diese Patientinnen und Patienten brauchen nicht selten langjährige Betreuung, zum Beispiel in der Nachsorge nach Hypophysenoperationen (die seit Oktober 2016 auch am Kantonsspital Graubünden in Chur angeboten und durchgeführt werden).

Immer wichtiger wird die Andrologie, die Lehre der «Männererkrankungen». Für den Endokrinologen geht es dabei vor allem darum, ob und wie das wichtigste männliche Geschlechtshormon Testosteron eingesetzt werden soll. Gynäkologische Endokrinologie, die Lehre der weiblichen Geschlechtshormone, wird als separates Teilgebiet an der Frauenklinik Fontana des Kantonsspitals Graubündens angeboten.

Diabetologie: Multidisziplinäre Betreuung 

Das Kantonsspital Graubünden bietet das ganze Spektrum der diabetologischen Betreuung an. Ärzte arbeiten dabei eng mit den Ernährungstherapeutinnen und -therapeuten sowie den Diabetesberaterinnen zusammen. In Ergänzung zu den Diabetologen vermitteln sie das notwendige praktische Wissen, welches das Leben mit der Zuckerkrankheit erleichtert. Die Patientinnen und Patienten erlernen den Gebrauch von technischen Hilfsmitteln (Injektionsgeräte und Messinstrumente) und erfahren detailliert, wie Nahrung zusammengesetzt ist. Betroffene sollten wissen, was ihren Zucker erhöht und wie sie ihn senken können. Sie müssen lernen, sich selbst zu behandeln. Die Abteilung Endokrinologie und Diabetologie steht dabei mit dem notwendigen Wissen zur Verfügung.

Alle Patientinnen und Patienten mit Typ-1-Diabetes – und viele, die unter Typ-2-Diabetes leiden – werden mit Insulin behandelt. Insulin wird mit Hilfe von Pens und Pumpen verabreicht. Am Kantonsspital Graubünden werden mehr als 80 Patientinnen und Patienten mit Insulinpumpen betreut. In den letzten Jahren sind Geräte auf den Markt gekommen, die den Zucker im Gewebe kontinuierlich messen können. In Chur bieten wir die neusten in der Schweiz verfügbaren Systeme an.

Transitionssprechstunde für junge Patientinnen und Patienten

Eine Besonderheit ist die Transitionssprechstunde: Typ-1-Diabetes wird mehrheitlich im Kindes- und Jugendlichenalter diagnostiziert. Die Behandlung wird bei den jungen Patientinnen und Patienten entsprechend durch Kinderärzte (Pädiater) begonnen. In der Transitionssprechstunde werden die Kinder gemeinsam von Kinder- und Erwachsenendiabetologen begrüsst und letzteren zur weiteren Betreuung anvertraut.

 

Kontakt

Dr. med. Niklaus Kamber
Leitender Arzt Endokrinologie/Diabetologie
Facharzt FMH für Endokrinologie/Diabetologie und Innere Medizin
Tel. 081 256 63 63
endokrinologie@ksgr.ch 

 

Logo

 

(Bild: Dr. med Niklaus Kamber/zVg.)