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Heute Abend um 20.15 Uhr gilt es in der Vaillant-Arena ernst für den HC Davos: Im Hinspiel der Champions-Hockey-League-Halbfinals empfangen die Bündner den schwedischen Co-Leader Frölunga Göteborg.

Fünf Gründe, warum der HCD auch die Hürde Frölunga nimmt.

1. Der HCD ist der Skandinavien-Schreck 2015/16

Eigentlich ist Frölunda gut im Schuss, in der Landes-Meisterschaft besser unterwegs als der HC Davos. In den letzten 10 Spielen haben die Göteborger 8 gewonnen und liegen – gemeinsam mit dem letzten HCD-Opfer Skelleftea – einsam an der Tabellenspitze der höchsten schwedischen Liga. Besonders der Angriff Frölundas kann Angst einjagen und hat mit 125 Toren durchschnittlich mindestens einen Treffer pro Spiel mehr erzielt als die heimische Konkurrenz. Die fünf Topskorer Frölundas sind alle in den Top 13 der schwedischen Skorerliste klassiert: Die nordamerikanischen Söldner Ryan Lasch und Spencer Abbott, die schwedischen Nationalspieler Joel Lundqvist und Andreas Johnson und der finnische Flügel Artturi Lehkonen haben in 32 Meisterschaftsspielen nicht weniger als 65 Tore erzielt!

Doch der HCD hat bewiesen, dass er Defense spielen kann. Aber: Es ist auch klar, dass es einen Leonardo Genoni in Top-Form braucht, um dem Angriffstornado der Schweden zu trotzen. Der HCD kennt aber das Erfolgsrezept; in der laufenden Champions League hat er dies schon mehrfach bewiesen, vor allem gegen skandinavische Teams. In der Gruppenphase eliminierte der HCD Färjestad, in den 1/16-Finals Helsinki und im 1/4-Final Skelleftea. Aller guten Dinge sind für einmal nicht Drei.

2. Das Lazarett lichtet sich

Rechtzeitig für das grosse Highlight von heute Abend ist der HCD wieder einigermassen fit. Verletzungsbedingt out sind weiterhin Dario Simion (Knie), Gregory Sciaroni (Hand) und Markus Paulsson (Rücken), auch der neue Söldner Alexandre Picard ist nicht spielberechtigt. Wieder an Bord sind dafür die zuletzt geschonten Simon Kindschi, Dick Axelsson und Mauro Jörg. Auch Samuel Walser, der am Sonntag vom Puck im Gesicht getroffen wurde und dabei zwei Zähne verlor, sollte spielen können. Die angeschlagenen Jan Brejcak und Mauro Jörg dürften spielen. Auch Dick Axelsson, zuletzt handicapiert, wird gegen seine ehemaligen Teamkollegen (er spielte von 2012-2014 bei Frölunda) antreten.

Fraglich ist der Einsatz des gestern kranken Devin Setoguchi, der aber wenn immer möglich antreten sollte. Damit ist der HCD zwar weit entfernt von seiner Bestbesetzung, aber fit genug, um vom Spielerpotenzial her dagegen halten zu können.

3. Der HC Davos wird immer noch unterschätzt

Trotz des Laufs der Davoser gegen die skandinavischen Spitzenteams traut man dem HCD vielerorts nicht zu, noch eine Runde weiter zu kommen. Auch die Champions-League-Offiziellen betonen in ihrer Berichterstattung mehrfach, wie überraschend die Siege des HCD gegen die skandinavischen Elite-Teams waren. Auch bei den Wettquoten sind die Schweden leicht favorisiert. Und Frölundas Spieler sind selbstsicher.

 

Können die Bündner die Gäste heute mit ihrer Härte und Speed überraschen, liegt schon im Hinspiel ein gutes Resultat drin. Wichtig ist es, heute an Frölunda dran zu bleiben, um im Rückspiel in zwei Wochen auswärts den grossen Coup zu schaffen.

4. Heimvorteil im Davoser Eispalast

Das Champions-League-Fieber nahm im Umfeld des HC Davos seit der Halbfinal-Qualifikation deutlich zu. Spätestens seit Coach del Curto nicht länger verschwieg, dass er sein Visier diesen Winter auf die Champions League eingestellt hat. Heute Abend dürfte es in der Vaillant-Arena erstmals so richtig krachen: Die Sitzplätze sind seit Sonntag restlos ausverkauft, gegen 5000 Tickets sind schon weg. Eine Playoff-reife Stimmung in der Davoser Höhenluft könnte ein entscheidender Faktor werden. Das Spiel ist übrigens nach dem Spengler Cup ein zweites grosses internationales Fenster für die Davoser Spieler. Der Halbfinal wird heute Abend beispielsweise bis nach Südamerika übertragen.

5. Arno del Curto

Klar, AdC ist der Grund Nummer 1, warum wir den Bündnern auch heute den grossen Coup zutrauen. Der zukünftige Hall-of-Fame-Coach weiss seine Mannen immer wieder aufs Neue zu motivieren und zu Höchstleistungen anzuspornen. Man kann von ihm halten, was man will, aber der Engadiner weiss auch in seinem 21. Jahr in Davos, was es zum Erfolg braucht.

EISHOCKEY SPENGLER CUP 2015 TEAM CANADA DAVOS

(Bild: Pascal Muller/EQ Images)