Der Coronavirus fordert auch die Erwachsenenschulen in der Schweiz. Die tertiären Bildungsanbieter Fachhochschule Graubünden, ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Pädagogische Hochschule Graubünden und THIM / SUPSI Physiotherapieschulen arbeiten in Graubünden eng zusammen, um den Studienerfolg ihrer Studierenden mittels verschiedenen Formen von Distanzlernen sicherzustellen. Die erste Woche im Fernunterricht ist an allen regionalen Erwachsenenschulen mehrheitlich erfolgreich verlaufen.

In der Medienkonferenz des Kantons Graubünden von Freitag, 13. März, hat Regierungsrat Dr. Jon Domenic Parolini zwar das Verbot von Präsenzunterricht verkündigt, dabei aber auch betont, dass das Studieren, Arbeiten und Forschen in Graubünden weitergeht. Seit dieser Medienkonferenz ist eine Woche vergangen und die tertiären Bildungsanbieterinnen Fachhochschule Graubünden (FH Graubünden), ibW Höhere Fachschule Südostschweiz (ibW), Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR), THIM / SUPSI Physiotherapieschule (THIM/SUPSI), und lehren und forschen auf Distanz, aber virtuell persönlich. Dabei stehen diese vier Bildungsinstitutionen in engem Austausch, um das Distance Learning optimal zu betreiben.

Seit Montag im Distance Learning

Die FH Graubünden hat bereits Ende Januar das Notfallmanagement aufgrund der Verbreitung des Coronavirus aktiviert und mittlerweile in ein Kernteam und Krisenstab mit mehreren Task Forces ausgeweitet. Seit Montag, 16. März, wird in allen Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangeboten mittels Distance Learning unterrichtet. Auch die Forschungsaktivitäten stehen nicht still, der Austausch mit den Forschungspartnern wurde einfach in den virtuellen Raum verlegt. So kann weiterhin Wissen für Graubünden generiert werden. «Zugunsten unserer Studierenden und Projektpartner wollen wir auch unter schwierigen Bedingungen unsere Leistungen erbringen. Dabei steht die Gesundheit aller im Vordergrund.»

Stundenpläne bleiben normal gültig

«Die Gesundheit unserer Studierenden und Mitarbeitenden steht natürlich an allen unseren Standorten an erster Stelle», so ibW-Direktor Stefan Eisenring, «glücklicherweise haben wir aber auch die Instrumente, um unsere Studierenden per Online-Video-Schulung weiterzubilden und auf eidgenössische Prüfungen und HF-Abschlüsse vorzubereiten. Unser Notfall-Team hat sich in den letzten drei Wochen auf die verschiedenen Szenarien vorbereitet und schon früh Online- Schulungen mit den Dozierenden durchgeführt. Die Stundenpläne sind alle wie ‘normal’ gültig geblieben. Seit der Schliessung der Schulhäuser am letzten Montag setzen wir nun einfach auf Online-Fernunterricht und haben bisher überraschend positive Erfahrungen damit gemacht.»

Reibungslose Umstellung

Die PH Graubünden hat ihr Krisenteam frühzeitig etabliert und die Vorbereitungen für die Umstellung auf das Distanzlernen an die Hand genommen. Dementsprechend wird seit Montag den 16. März in allen Studiengängen mittels Distanzlernen unterrichtet. Die Umstellung verlief reibungslos und mit hohem Engagement der Dozierenden und Studierenden. Die Bereiche Führung, Forschung, Weiterbildung, Informatik und Administration wurden reorganisiert und erfolgreich ins Home Office überführt. «Die PH Graubünden verfolgt in dieser ausserordentlichen Lage drei Ziele: 1. Die Gesunderhaltung der Mitarbeitenden und Studierenden, 2. Die Ermöglichung des Studienerfolgs und 3. Leisten eines Solidaritätsbeitrags», hält Rektor Dr. Gian- Paolo Curcio fest.

Schon 2017 verstärktes Blended Learning

Mit dem Beginn des berufsbegleitenden Studiengangs in Physiotherapie wurden bei THIM bereits per 2017 erste Massnahmen für ein verstärktes Blended Learning ergriffen, welche nun ganz zu einem Distance Learning umgesetzt werden. Davon kann nun auch der Vollzeitstudiengang profitieren. Die SUPSI hat eine E-Learning-Beauftragte, welche seit zwei Jahren für die Digitalisierung der Lehre verantwortlich ist. Diese Bestrebungen werden seit der Ankündigung des Bundesrats massiv ausgebaut. «Unsere Studierende zeigen sich bisher ungeheuer positiv und konstruktiv bei der Bewältigung dieser herausfordernden Situation. Wir bleiben eine familiäre Hochschule, auch wenn wir uns leider nicht mehr vor Ort begrüssen dürfen», hält Schuldirektor Thim van der Laan fest.

Klärungsbedarf bezüglich praktischen Übungen

Bei der Umsetzung des Distanzlernens treten verschiedene Probleme auf, welche die vier Bildungsinstitutionen zuweilen vor neue Herausforderungen stellt. Um diese zu meistern, sprechen sich die vier Bildungsinstitutionen regelmässig ab, versuchen einheitliche Lösungen für beispielsweise praktische Übungen und mündliche sowie schriftliche Prüfungen zu entwickeln und diese mit dem Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD) des Kantons Graubünden abzuklären. Entsprechend haben die vier Institutionen einen gemeinsamen Vorschlag ausgearbeitet und dem EKUD zur Abklärung eingereicht. Ziel dieses Antrages ist es, eine einheitliche Lösung für diese tertiären Bildungsinstitutionen des Kantons Graubünden zu erhalten und entsprechende Chancengleichheit zu wahren.

 

(Symbolbild: Pixabay)

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