Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos: Um dringend benötigte Fachkräfte nach Graubünden zu holen, machen die Kult-Steinböcke Gian & Giachen Werbung für Graubünden als Arbeitsplatz.

Wer Graubünden hört, denkt Ferien. Denkt vielleicht ans Landwasserviadukt, an die Berge, ans Biken, ans Wandern und an Skifahren. Aber eigentlich nicht an Arbeiten. Was ziemlich blöd ist: Mit der Oblamatik, der Hamilton, der Trumpf, der Cedes und einigen anderen High-Tech Unternehmen sind namhafte Firmen im Graubünden zu Hause, und die suchen hängeringend nach Fachkräften.

Deshalb bewerben Gian & Giachen, die Kult-Steinböcke, Graubünden nicht mehr nur als Ferien-, sondern auch als Arbeitsort. «Wir werden oft nur als Tourismuskanton und nicht als Arbeitsort wahrgenommen», sagte Tourismusminister Marcus Caduff am Freitag bei der Vorstellung der Kommunikationsoffensive Enavant 4.0 in der Oblamatik in Chur.

Veränderung in der Kommunikation

Die Marke Graubünden wurde vor zwei Jahren von Graubünden Ferien losgekoppelt, wie Gieri Spescha, der Kopf von Enavant 4.0 beziehungsweise der Leiter der Geschäftstelle der Marke Graubünden, in Erinnerung rief. Seither wird sie von der Zürcher Kommunikationsagentur Wirz vermarktet. «Diese Veranstaltung ist eine erste Duftnote in der neuen Ausrichtung», sagte Gieri Spescha.

Wie diese «Duftnote» aussieht, stellte Petra Dreyfus von Wirz vor. «Es muss eine Veränderung in der Kommunikation statt finden, um Graubünden auch als Arbeits- und Lebensort attraktiv darstellen zu können», sagte sie. Das heisst aber nicht, das ab sofort nur noch Stelleninserate statt schöne Landschaften gezeigt werden. «Der Kontext für die Stelle ist viel wichtiger. Wenn man eine Stelle wechselt, wechselt man auch das Leben.»

Plausch an der Zusammenarbeit

An der Kampagne beteiligen sich sieben Unternehmen aus Graubünden: Oblamatik, Hamilton, Inventx, Integra, Gritec, Trumpf und Polycontact. In kurzen Portraits erzählen aus jeder Firma Mitarbeiter aus ihrem Lebensweg und das Angebot in der Region. «Das Zielpublikum sind angehende und ausgebildete Mint-Akademiker», sagte Petra Dreyfus. Der Content wird über die digitalen Kanäle in den Hochschul-Städten der Deutschschweiz und im angrenzenden Süddeutschen Raum beworben. Diese sogenannten Zoom-Videos auf der Seite von Graubünden Ferien führen mit einem Klick auf die Content-Plattform «Leben und Arbeiten», arbeiten-in-graubuenden.ch.

«Ich habe den Plausch daran, dass wir alle zusammenarbeiten», sagte Roland Obrist, CEO der Oblamatik. «Wir haben das beste Umfeld, um innovativ und kreativ zu sein.» Er selbst ist, wie er sagt, nur in Graubünden geblieben, weil er das Abendtech in Chur machen konnte und so auch seine Firma, die im Bereich Trinkwassermanagement tätig ist, hier gegründet hat. «Hätte ich das Tech in Winterthur gemacht, wäre ich vielleicht in Winterthur geblieben und meine Firma wäre jetzt dort.»

Ob die Kampagne Erfolg haben wird, ist gemäss Gieri Spescha noch unklar. «Aber wir haben ein paar Sicherheitsinstrumente, um einen Erfolg messen zu können.»

(Bild: zVg)