Ehrlich, ich muss es gestehen: Ich liebe Feuerwerk. Ich liebe dieses zzzzzzzzzzzzzzzzzpengpong! über alles. Ich liebe den Geschmack von Schwarzpulver, der am Abend des 1. Augusts in der Luft liegt, und ich liebe die Lichter, die ein Feuerwerk verursacht und ich liebe es, im Bett zu liegen und das alles zu hören, zu riechen und zu spüren.

Das war schon immer so. Als Kind habe ich den 1. August meistens auf dem Gupf oberhalb Rehetobel im Appenzellerland verbracht. Wir sind hoch gelaufen, haben ein Feuer gemacht, Höhenfeuer bestaunt und auf die umliegenden Hügeln und den Bodensee geschaut, gestaunt und gerochen. «Und wieder 150 Franken in die Luft geschossen», pflegte mein Onkel Ruedi zu sagen, wenn eine besonders schöne Rakete in die Luft stieg. Dazu gab es Bratwürste ohne Senf, Chips und ein paar Salate. «Oh schau, das waren nur 40 Franken!»

Die Idylle war jäh zu Ende, als der Gupf am 2. August 1981 abbrannte. Es war ein jahrelanger Running Gag in meiner Familie, dass wir daran schuld waren. Eine unserer eher billigen Raketen, um genau zu sein. In Wirklichkeit geriet nicht ganz getrocknetes Heu in Brand. Später wollte Formel-1-Weltstar aus dem Aussichtspunkt mit Restaurant eine Festungsanlage machen, die ihm aber verwehrt wurde. Der Gupf wurde wieder aufgebaut und gehört heute Sila Zinsli, die auch Besitzerin des Basilic in Chur ist.

Ich weiss nicht mehr, wo wir nach dem Brand auf dem Gupf und der Tatsache, dass wir uns natürlich nicht mehr dort oben blicken lassen konnten, jeweils den 1. August feierten. Aber ich erinnere mich an viel spätere Jahre, als ich im Küsnachter Horn sitzend das Feuerwerk des Zürifest gesehen habe. Irgendjemand hatte das Radio dabei, so dass wir wie in Zürich vorne die Musik dazu hatten – wenn auch zeitverzögert.

Ja, ich mag Feuerwerk, und ich weiss, dass man das bald nicht mehr laut sagen darf. Wegen der Tiere, der Umwelt und überhaupt. Es ist noch immer das kleine Kind in mir, das Freude daran hat, wenn mit einem Zischen eine Rakete losgeht, mit einem Knall explodiert und sich dann die wunderschönen Farben am Himmel zeigen.

Für die Party habe ich noch eine Liste von unnützem Wissen zum 1. August zu bieten: «Small-Talk-Futter». (Die Geschichte vom Gupf steht da auch drin, ich entschuldige mich bei allen, die sie schon kennen, für die Doublette.) Und: Bei aller Liebe zum Feuerwerk: Passt auf, wo ihr hinschiesst und vor allem von wo. Vor ein paar Jahren starb nämlich der Haflinger unserer Mitarbeiterin, weil unachtsames Partyvolk die Raketen direkt neben einer Pferdeweide in Bergün abschossen. Der Haflinger erschrak, stürzte, brach sich ein Bein und musste eingeschläfert werden. Für derartige Rücksichtslosigkeiten habe ich zero Toleranz.

(Bild: GRHeute)