Der Regierungsrat hat für drei Strassenprojekte insgesamt über sechs Millionen Franken gesprochen: Eine Korrektur für die Tschiertschenstrasse, eine künstliche Lawinenauslösung für die Engadinerstrasse und der Ausbau einer Waldstrasse im Calancatal.

Für die Korrektur der Tschiertschenstrasse zwischen Usser Prada und der Grossagentobelbrücke genehmigt die Regierung ein Strassenbauprojekt, wie die Standeskanzlei des Kantons Graubünden am Montag mitteilte. Die Kosten für die Instandstellung belaufen sich auf rund 4,9 Millionen Franken. Die Brücke am Ende des Projektabschnitts ist in einem guten Zustand und bleibt bestehen. Die Strasse wird hingegen umfangreich saniert und auf eine Fahrbahnbreite von 5,8 Meter ausgebaut. Mit dem gewählten Ausbaustandard wird die Verkehrs- und Betriebssicherheit der Verbindungsstrasse erhöht und der Verkehrsablauf verbessert.

Künstliche Lawinenauslösung

Die Engadinerstrasse ist auf dem Abschnitt zwischen Brail und Zernez durch insgesamt 11 Lawinenzüge gefährdet. Davon weisen die beiden Lawinenzüge Tantervals Dadaint und Tantervals Dadoura gemäss Untersuchungen des WSL-Instituts für Schnee und Lawinenforschung (SLF) die meisten Strassenverschüttungen auf.

Die Strasse wird mittels künstlicher Lawinenauslösung gesichert. Dabei wurden bisher Lawinen in den Anrissgebieten durch Abwurf von Sprengladungen aus dem Helikopter ausgelöst. Die Sprengung mittels Helikopter weist allerdings einige Nachteile auf. Aus diesem Grund genehmigt die Regierung das Projekt „Künstliche Lawinenauslösung Tantervals“ des Tiefbauamts. Damit können künftig Lawinen mit ortsfesten Anlagen über der Schneedecke ausgelöst werden. Als Projektabschluss ist das Jahr 2020 vorgesehen. Die Kosten werden mit 750 000 Franken veranschlagt.

Wichtige Waldstrasse im Calancatal wird ausgebaut

Die Regierung genehmigt das Projekt „Potenziamento strada forestale Nadro – Castaneda“ der Gemeinde Castaneda. Mit diesem Projekt soll ein rund 1,6 Kilometer langer Abschnitt der Waldstrasse zwischen Nadro nach Castaneda ausgebaut werden. Die Strasse ist auf Teilstrecken bereits in den 1830er Jahren entstanden und diente als einzige Zufahrt ins Calancatal. Heute ist die Strasse für den allgemeinen Verkehr gesperrt und wird als Waldstrasse benutzt. Sie hat eine grosse Bedeutung für die Schutzwaldpflege, für den Unterhalt eines Steinschlagschutzdammes und der Bachverbauungen im Ria di Mort sowie für die Waldbrandprävention. Zudem dient sie im Falle einer Sperrung der Kantonsstrasse ins Calancatal als Umfahrungsmöglichkeit. Die Regierung spricht für dieses Projekt einen Kantonsbeitrag von 1,3 Millionen Franken.

(Bilder: zVg)