Nach dem Ja zu Brambrüesch traf sich eine Handvoll Mitglieder des Ja-Komitees im Restaurant Inside in Chur. Mittendrin: Bürgergemeindepräsident Andreas Brunold, der vor 20 Jahren als «Schrotthändler» bezeichnet wurde.

Die grossen Reden schwingen am Sonntagnachmittag, 80 Minuten nach Bekanntgabe des Resultats, die anderen. «Ich bedanke mich bei allen», sagt Stadtrat und Brambrüesch-Verwaltungsratspräsident Tom Leibundgut. Auch Stadtpräsident Urs Marti bedankt sich bei allen und auch bei Tom Leibundgut, «weil er sich ja nicht selbst auf die Schulter klopfen kann.» Es ist eine aufgeräumte Stimmung, schliesslich haben sie gewonnen: Chur sagte Ja zum 24,4-Millionen-Kredit für eine Direktverbindung nach Brambrüesch. «Aber», sagt Urs Marti, «damit ist es nicht getan. Es gibt noch viel zu tun.»

Im Garten des Restaurants Inside, am Fusse des Dreibündensteins, ist auch Bürgergemeindepräsident Andy Brunold. Auch er freut sich über das Resultat: «Ich habe vor 20 Jahren viel Herzblut dafür verloren.» Damals hatte er als Verwaltungsratspräsident der Bergbahn das Geld für die zweite Sektion vom Känzeli «auf der Strasse zusammengesucht.» Für vier Millionen kaufte er den Flimsern eine Gondelbahn ab. «Die Stadt zahlte damals eine halbe Million Franken, die Bürgergemeinde ebenfalls. Die restlichen drei Millionen suchte ich auf der Strasse zusammen.» Wegen der Occasion-Bahn sei er auch als Schrotthändler bezeichnet worden.

«Ich bin sehr stolz»

Jedenfalls, und das sagt Andy Brunold an diesem Sonntagnachmittag auch, wurde damals der Grundstein für die neue Bahn gelegt. «Gäbe es die zweite Sektion nicht, würden wir jetzt nicht über diese Direktverbindung reden.» So schwingt Andy Brunold zwar keine Reden, aber er sieht es durchaus als einen persönlichen Sieg an, dass die Abstimmung gewonnen wurde. «Ich bin sehr stolz.»

Andreas Brunold ging schon als Kind «uffa». Später ging er lieber auf die Lenzerheide. «Bis ich mit meinen eigenen Kindern wieder zurück kam und alle traf, die auch wieder zurück gekommen sind.» Mittlerweile geht er mit seinen Enkelkindern auf den Berg, und die Leute, die er oben sieht, kennt er schon seit seiner Kindheit.

Ganz anders Urs Marti, der, wie er selbst zugibt, eher selten auf Brambrüesch anzutreffen ist. «Aber ich habe schon immer gesagt: Wenn die Direktverbindung kommt, dann gehe ich öfters hoch.» Vorraussichtlich auf die Saison 2023/24 kann diese Aussage in echt nachgeprüft werden.

(Bild: GRHeute)