Jeder achte Sommergast im Albulatal und Surses reist dank dem Parc Ela in die Region. Das zeigt eine umfangreiche Gästebefragung der ETH Zürich.

Die ETH hat im Parc Ela Motivation und Verhalten der Besucher genauer unter die Lupe genommen, wie das Onlineportal htr.ch berichtet. Anhand der Gästeausgaben (von 15 Franken pro Tag beim Tagesgast in Sommer bis zu durchschnittlich 102 Franken beim Übernachtungsgast im Winter) berechnete die Hochschule, dass der Parc Ela einen touristischen Umsatz von jährlich 17,6 Millionen Franken auslöst. Davon bleibt unter dem Strich eine Wertschöpfung von jährlich 8,8 Millionen Franken in der Region zurück.

«Wir sind erstaunt, dass der Parc Ela bereits nach wenigen Jahren diese Wirkung entfaltet, obwohl er lange in den Vermarktungsstrategien der Tourismusorganisationen ein Nischenprodukt war», hält Parc Ela-Geschäftsleiter Dieter Müller gegenüber htr.ch fest.

Bei einem Besuch in der Region spielt der Naturpark heute eine wichtige Rolle. 12 Prozent der Sommergäste und 6 Prozent der Wintergäste reisen dank dem Parc Ela in die Region. Als weitere Gründe für einen Besuch nennen die Gäste unter anderem den Sport (Sommer 19 Prozent/Winter 50 Prozent) Wandern (23 bzw. 15 Prozent), die Natur (22 bzw. 13 Prozent), Landschaft (10 bzw. 12 Prozent) oder Ruhe (13 bzw. 12Prozent). «Dies alles sind Gründe, für die auch der Parc Ela steht und die er als Marke nach aussen trägt», so Müller.

Beim Verein Parc Ela sieht man die Zahlen auch als Beleg dafür, dass die öffentlichen Gelder im Naturpark gut angelegt seien. Insgesamt lösen die Parkbeiträge von Gemeinden, Bund und Kanton eine sieben Mal höhere touristische Wertschöpfung aus, obwohl nur ein kleiner Teil dieser Beiträge unmittelbar für touristische Projekte verwendet werden darf. Eine besonders gute Investition tätigten die Parkgemeinden, die jährlich knapp 100’000 Franken Beiträge leisten: Ein Franken Parkbeitrag der Gemeinden löse 90 Franken touristische Wertschöpfung aus, ein Parkfranken des Kantons löse 20 Franken aus, ein Parkfranken des Bundes 12 Franken.

Grundlage für Verbesserungen
Nebst den Zahlen zu Umsatz und Wertschöpfung liefert die ETH vor allem detaillierte Kenntnisse über die Gäste. Sie kommen hauptsächlich aus dem Raum Zürich, Zentral- und Ostschweiz, wobei das Einzugsgebiet im Sommer deutlich grösser ist. Der Durchschnitts-Gast ist 54 Jahre alt und Stammgast, lebt in der Stadt Zürich, reist zu zweit und übernachtet in einer Wohnung. Vier von fünf Gästen im Sommer wandern, aber auch im Winter ist Wandern (40 Prozent) die zweithäufigste Aktivität und wird nur noch von Skifahren/Snowboarden (59 Prozent) übertroffen.

Die Gäste sind generell zufrieden (rund ein Viertel) bis sehr zufrieden (rund drei Viertel) mit ihrem Aufenthalt. Besonders gut werden Gastfreundschaft und Unterkunft bewertet (rund 65 Prozent sehr gut). Nur 40-50 Prozent «sehr zufrieden» erreichten (in absteigender Reihenfolge) die Wanderwege, das Informationsangebot, der öffentliche Verkehr, das Angebot an Aktivitäten und das Tourismusbüro. Ein Teil der Gäste (478 Rückmeldungen) gab in einem Kommentarfeld genauer an, womit er unzufrieden war. Die meisten Gäste nannten hier den öffentlichen Verkehr (v.a. Verbindungsdichte, Preis) und die Infrastruktur (Wanderwege-Unterhalt und -Signalisation).

 

(Quelle: htr.ch/Bild: GRHeute)