Die Untersuchung zur Ursache des Absturzes einer JU-52 der JU-Air bei Flims hat bisher keine Hinweise auf ein technisches Versagen des Flugzeuges ergeben. Die JU-Air hat ihren Sommerflugbetrieb beendet und unterzieht ihre Flugzeuge bis im Frühling einer eingehenden Kontrolle und Wartung. Für 2019 ist die Wiederinbetriebnahme einer dritten JU-52 vorgesehen.

Dreieinhalb Monate nach dem Absturz einer JU-52 der JU-Air bei Flims hat die Unfalluntersuchungsstelle SUST einen technischen Zwischenbericht veröffentlicht. Die Untersuchung hat keinerlei Hinweise ergeben, dass ein technisches Problem zum Unfall geführt hätte. So führte das Flugzeug genügend Treibstoff mit und alle drei Motoren liefen mit hoher Drehzahl.

An einem zerstörten Flügel des Unfallflugzeuges wurden Korrosionsschäden entdeckt, die laut SUST aber keine Absturzursache sind. Bis diese Schäden genau untersucht sind und sichergestellt ist, dass die anderen Flugzeuge keine solchen Schäden aufweisen, müssen zwei der Flugzeuge der JU-Air, welche punkto Hersteller und Alter dem Unfallflugzeug entsprechen, vorübergehend am Boden bleiben. 

Die JU-Air ist mit diesem vorübergehenden Grounding einverstanden. Nach dem Abschluss des Sommerflugbetriebs befinden sich die beiden betroffenen Flugzeuge ohnehin bereits in Dübendorf zur umfassenden Jahreswartung. Es ist vorgesehen, den Flugbetrieb der JU-Air wie geplant im Frühling 2019 wieder aufzunehmen. Der endgültige Abschluss der technischen Untersuchung wird nicht vor dem kommenden Spätsommer erwartet. 

Wiederinbetriebnahme einer dritten JU-52

Die JU-Air will im kommenden Sommerhalbjahr wieder eine Dritte JU-52 in ihre Flotte aufnehmen. Die Vorbereitungsarbeiten an der zurzeit in Mönchengladbach abgestellten JU-52 mit dem Kennzeichen HB-HOY sind so weit abgeschlossen, dass das Flugzeug zu einer Strukturüberholung nach Dübendorf überflogen werden kann. Die entsprechenden Bewilligungen werden derzeit beantragt.

Bei der HB-HOY handelt es sich um einen Lizenzbau der JU-52 aus den spanischen CASA-Werken, der 10 Jahre jünger ist als die anderen JU-52 der JU-Air. Da die HB-HOY in Alter und Hersteller nicht dem Unfallflugzeug entspricht und zudem 1991 bis 1996 generalüberholt wurde, ist sie vom erwähnten Grounding nicht betroffen.

Programm zur Weiterentwicklung der Wartung

Der beim Unfallflugzeug nun entdeckte Schaden ist keine Absturzursache. Er betrifft eines von acht Holmrohren des linken Flügels und liegt an einem Ort, wo er trotz sorgfältiger Inspektion mit den bisherigen Untersuchungsmitteln nicht entdeckt werden konnte. Er trat erst zutage, als das Flugzeug beim Absturz total beschädigt wurde.

Die JU-Air hat bereits ein Projekt gestartet, um sicherzustellen, dass ihre anderen Flugzeuge keine Schäden aufweisen, wie sie bei der Unfallmaschine vorgefunden wurden. Sie wird dabei wie bisher eng mit dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) zusammenarbeiten.

Seit 2011 betreiben die JU-Air, das BAZL und die Luftfahrtsparte der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ein Programm zur langfristigen Wartung von alternden Flugzeugen. Dieses umfasst auch die Weiterentwicklung der Überwachung von Korrosion und Materialermüdung.

(Quelle: zVg., Bild: Archivbild GRHeute)