Valérie Favre Accola hat es geschafft: Sie ist am Sonntag in den Kleinen Landrat von Davos gewählt worden. GRHeute hat mit der Gewinnerin gesprochen.

Valérie Favre Accola, herzlichen Glückwunsch zu Wahl in den Kleinen Landrat. Wie fühlen Sie sich?

Erfreut, zufrieden und erleichtert über den guten Ausgang aller Davoser SVP-Kandidaten, aber persönlich auch etwas müde vom Wahlkampf.

Haben Sie mit der Wahl gerechnet?

Nein, überhaupt nicht! Ich wusste immer, dass eine Wahl in dieser Konstellation extrem schwierig sein wird. Man darf nicht vergessen: die SVP war seit 14 Jahren nicht mehr in der Exekutive vertreten, Frauen seit 8 Jahren. Die SVP ist in Davos eine Kleinpartei, entsprechend schwierig ist da eine Wahl in die Exekutive. Zudem wies der Gegenkandidat eine klassische Politlaufbahn vor und kommt aus einer Davoser Politikerfamilie mit einem entprechenden Netzwerk. Mit anderen Worten: eigentlich sprach alles gegen meine Wahl.

Auf was können sich die Einwohnerinnen und Einwohner von Davos freuen?

Die Davoser Bevölkerung darf sich darauf freuen, dass nun wiederum die Interessen der ganzen Bevölkerung in der Exekutive vertreten sind. Gerne werde ich den Anliegen der Frauen, Müttern, Unternehmerinnen in der Exekutive eine Stimme geben. Die Davoser dürfen darauf zählen, dass ich weiterhin eigenständig und engagiert politisieren, meine wertkonservative und wirtschaftliberale Haltung in dieses Gremium einbringen werde. Dabei ist es mir enorm wichtig im Dialog mit der Bevölkerung zu bleiben, da die Politik schlussendlich die Bedürfnisse der Bevölkerung zu klären hat.

Wahl gewonnen, Abstimmung verloren – insbesondere was das FMedG betrifft, gegen die Sie sich speziell stark gemacht haben. Bleibt das als Wehrmutstropfen vom Wochenende?

Für mich war das FMedG die wichtigste Abstimmungsvorlage, da sie den Umgang mit Leben reguliert und leider sind wir da unterlegen. Dass in Graubünden 45,22% der abstimmenden Bürger das FMedG abgelehnt haben, zeigt, dass bei einem bedeutenden Teil der Bevölkerung gegenüber dem Umgang mit dem menschlichen Leben und der eugenischen Tendenz in der Fortpflanzungsmedizin ernsthafte Bedenken  bestehen. Das Ergebnis verpflichtet Medizin und Forschung auf die jetzt beschlossene Regelung und kann nicht als Legitimation für weitere Auflösung des Embryonenschutzes dienen. Daher ja, dies ist für mich ganz klar ein Wehmutstropfen.

Ihr Mann Paul Accola hat versprochen, sich mehr an den Herd zu stellen, wenn Sie gewählt werden. Sein Paradestück ist Tatsch. Muss er jetzt in einen Kochkurs? Mehrmals die Woche Tatsch hängt einem ja irgendwann zu Hals raus…

Lacht! Bei so viel Tatsch käme unsere Hühnerschar nicht mehr nach mit der Eierproduktion ;-)) Spass beiseite, wir haben eine grosse Kochbuchbibliothek und dank feinen regionalen landwirtschaftlichen Produkten kann nichts schief gehen! Zudem ist ja nicht so, dass Pauli nicht kochen kann. Wir werden uns wie bisher nicht nur in der Küche gut abstimmen und freuen uns als Familie auf die neuen Pauli-Spezialitäten!

 

(Bild: Valérie Favre Accola)

 

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