Die vierköpfige Investorengruppe hat das neue Leben für das alte Schloss Zizers, einst bekannt als St.-Johannes-Stift, vorgestellt. Das Erdgeschoss will die Gemeinde kaufen, aus dem Rest werden Eigentumswohnungen. Dazu kommt ein neuer Quartierplan für die Künzle-Wiese.

Das Schloss Zizers ist ein Leuchtturm in der Gemeinde – so titelt das Extrablatt der Zizerser Dorfzeitung, das am Mittwoch in alle Haushalte verteilt wurde. Ungefähr gleichzeitig informierten die neuen Besitzer über die Zukunft des ehemaligen Herrensitzes der von Salis. Oder des ehemaligen Priester-Altersheim. Oder dem letzten Wohnsitz der letzten Kaiserin von Österreich, Zita.

Die Investorengruppe besteht aus drei Bündnern: Gaudenz Domenig, Jon Ritter und Michael Zindel. Dazu kommt David Trümpler aus Uster. Das Quartett hat dem Bistum Chur nicht nur das Schloss, sondern auch das Baurecht der gegenüberliegenden Wiese, der sogenannten Künzle-Wiese, abgekauft. Daraus soll ein  Ensemble entstehen: Studien von vier Architekturbüros haben gezeigt, dass in Richtung Schloss eine grosse Grünfläche erhalten bleiben soll. An den Hang wird eine Zeile Reiheneinfamilienhäuser geklebt, die quasi rechts und links von Mehrfamilienhäusern sekundiert werden. «Das Schloss muss atmen können», sagte David Trümpler. Eins der Mehrfamilienhäuser bildet auch die Zufahrt zur Tiefgarage, die 150 Autos Platz bieten soll.

Gemeindeverwaltung ins Erdgeschoss

Am Schloss selber darf praktisch nix gerüttelt werden. Die Gemeinde, die gemäss Gemeindepräsident Peter Lang schon länger auf der Suche nach neuen Räumen ist, will sich das Erdgeschoss kaufen. «Damit bleibt ein Teil des Schlosses öffentlich zugänglich. Da kann man ganz viel Schönes daraus machen», sagte Peter Lang. «Das ist eine einmalige Chance und ich finde, wir müssen sie nutzen. Es nützt nichts, wenn wir in zehn Jahren sagen: Hätten wir doch. Wir müssen jetzt.» Das Schloss Zizers sei ein Wahrzeichen von Zizers und dazu müsste man Sorge tragen.

In den Obergeschossen und den Nebengebäude sollen insgesamt 25 Wohneinheiten entstehen. Ursprüngliche und noch immer im Quartierplan vermerkte Pläne sahen auf der Künzlewiese fünf Einfamilienhäuser im hinteren Teil und vier Mehrfamilienhäuser im vorderen Teil in Richtung Strasse vor. «Das ist städtebaulich veraltet», sagte David Trümpler. Um den vorgestellten Plan zu realisieren, muss der Quartierplan wieder geändert werden. Falls die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger das Projekt ablehnen sollten, würde aber einfach Plan A gebaut. «Damit könnten wir morgen anfangen«, sagte David Trümpler. «Aber wir wollen das nicht. Wir wollen etwas bauen, das dem Schloss den Rücken stärkt.»

Nachbarn mehrheitlich positiv

Um abzuchecken, wie die direkten Nachbarn der Künzlewiese zum Thema stehen, wurden sie am Dienstagabend zu einer eigenen Information eingeladen. Diese standen dem Projekt mehrheitlich positiv gegenüber. Während von den Nachbarn auf der Nordseite vor allem der wuchtige Anbau neben der Villa Maria – dem Torbogen, der um 36 Zentimeter gesenkt wird, damit das Postauto im Notfall durch die Vialstrasse geleitet werden kann – für Gesprächsstoff sorgte, standen die Nachbarn oberhalb der Künzlewiese mit der Lage der Reiheneinfamilienhäuser kritisch gegenüber.

Der definitive Plan soll in zwei, drei Monaten visualisiert werden. Dann werden die Anstösser nochmals zu einer Information eingeladen. Das Baugesuch soll schon bald eingereicht werden, mit dem Bau an der Künzlewiese will man im vierten Quartal nächsten Jahres anfangen. Die Gemeindeverwaltung dürfte 2024 in ihr neues Heim einziehen. Dann mit einem neuen Gemeindepräsidenten.

(Bild: GRHeute)