Die Touristenmassen und Ausflügler schlagen sich auch in der Statistik des Kantonsspitals Graubünden nieder: Die Zahl der Unfälle ist um 13 Prozent gestiegen, die der Bikeunfälle um 60 Prozent.

Sommer sieht so aus: Aufstehen, Badehose anziehen, an den See, in die Badi, und Abends mit leuchtenden Augen ins Bett zu kommen. Sommer ist aber auch, wenn an manchen Tagen die Luft nicht nur mit glücklichem Kinderlachen erfüllt ist, sondern auch mit Helikopterlärm. Die Rega, so scheint es, muss wieder los, sobald sie eine verletzte Person ins Kantonsspital Graubünden geflogen hat.

1700 Patientinnen und Patienten hat das Kantonsspital Graubünden in Chur bis Ende letzte Woche behandelt – 5 Prozent mehr als im Juli 2019, wie Thomas Müller, Chefarzt Zentrale Notfallstation, auf Anfrage von GRHeute sagte. «Auffällig ist eine überdurchschnittliche Zunahme der Patienten nach Unfällen von 13 Prozent.» Gegenüber Juli 2019 hat die Anzahl der Bikeunfälle im letzten Monat ebenfalls um 60 Prozent zugenommen.

Und wie ist es für die Rega, die gefühlt den ganzen Tag nonstop im Einsatz ist? «Allgemein widerspiegeln die Einsatzzahlen der Rega die Wetterbedingungen, das Freizeitverhalten und die Reisetätigkeit der Bevölkerung sowie ausländischer Touristen in der Schweiz», sagte Mathias Gehrig, Mediensprecher der Rega. «Für die Rega ist die rasche medizinische Versorgung der Patienten entscheidend, nicht der Einsatzort. Darüber, welche Orte öfter von Rega-Helikoptern angeflogen werden, wird keine separat ausgewiesene Statistik geführt.»

Kantonsspital appelliert an Bevölkerung

Und dann ist da ja noch immer Corona. Am Nationalfeiertag lag die Zahl der bestätigten Fälle bei 930, was 7 Fälle mehr sind als am Vortag. Die Zahl der aktiven Fälle nahm um genau so viel ab auf 52. Aktuell befinden sich 135 Menschen in Quarantäne.

Wenn man die Situation der letzten Wochen analysiert, könnte es bald wieder zu einem Anstieg an hospitalisierten Personen kommen. Kein Problem für das Kantonsspital: «Örtlich unabhängig von der Zentralen Notfallstation betreibt das Notfallteam des Kantonsspitals Graubünden eine Abklärungs- und Aufnahmestation für Covid-19 Patienten», sagte Thomas Müller. «Um einen starken Anstieg aber zu vermeiden, wäre es wünschenswert, wenn sich die Bevölkerung an die Empfehlungen des BAG halten würde.»

(Bild: zVg)