Coronavirus: Behörden-Bashing und leere Regale

Coronavirus: Behörden-Bashing und leere Regale

Behörden-Bashing war noch nie so einfach wie dieser Tage. Veranstaltungen fallen um wie Kartenhäuser. Viele Untergründe sind brüchig, die finanziellen Folgen fatal. Das Verbot für Events mit über 1000 Personen dauert derzeit noch zwei Wochen; wer drüber ist, hält vorerst noch daran fest. Verständlich.

Bei den Grossverteilern sind reihenweise Gestelle leer geräumt. Reis ist aus, Mais auch, und bei den Pastas fehlt die Lieblingssorte. Vereinzelt blieben Konserven stehen: Wenn man sich den Inhalt ansieht, fragt man sich, warum der Rest überhaupt gekauft wurde. Und wer die Unmengen an Lebensmitteln überhaupt essen will.

Ja, das Coronavirus hat uns im Griff. Die letzte Meldung: Im Grand Resort Bad Ragaz sind fünf Angestellte in Quarantäne. Ein Gast aus Mailand, auf der Durchreise nach Zürich, bekam nachträglich die Diagnose. Damit steht das Virus potentiell vor den Toren Churs, wie ein Raubritter im Mittelalter – zumindest in Kilometern und Reisezeit ist Bad Ragaz massiv näher an Chur als das Engadin, wo sich die derzeit sechs Erkrankten aufhalten.

Was alle beschäftigt, ist auch in den sozialen Medien Thema. Das ausgehungerte Kind, um dessen Gesundheit sich niemand schert, wird mit dem vermeintlich belanglosen Virus verglichen, in dem es am Schluss nur einen Gewinner gibt: Die Pharma-Industrie. Ja, auch Pharma-Bashing ist einfach dieser Tage.

Memes erinnern daran, dass der Reis aus China und die Pasta aus Italien kommt. Icons haben auf Wunsch einen Mundschutz; es gilt, was am Schluss immer gilt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Darum, stellvertretend für alle Memes, Videos und sonstigem Zeug, das einem ungefragt in die Whatsapp-Gruppe gespült wird, dieses Video.

 

(Bild: GRHeute)

 

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Rachel Van der Elst

Redaktionsleiterin/Region
Rachel Van der Elst mag Buchstaben: analog, virtuell oder überall, wo Menschen sind. In einem früheren Leben arbeitete sie unter anderm bei der AP, beim Blick, bei 20Minuten, beim Tages-Anzeiger und bei der Südostschweiz. In ihrer Handtasche immer dabei: Jasskarten.