Der Churer Stadtrat Tom Leibundgut tritt ab: Er will nach dieser Legislaturperiode in die «zweite Reihe» zurück treten. Seine politische Karriere begann vor 20 Jahren. Für den frei werdenden Platz im Stadtrat zeichnet sich eine Kampfwahl ab.

«Seit nunmehr 25 Jahren wirke ich in Chur», schreibt Tom Leibundgut in einem Schreiben, dass er am Montag an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Stadtratskollegen, dem Stadtschreiber, dem Gemeinderatspräsident, den Kolleginnen und den Kollegen aus dem Gemeinderat und den Bürgermeister adressierte. «Seit 7 Jahren führe ich das Departement Bau Planung Umwelt und kann dort mit grosser Unterstützung seitens meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Stadt Chur voranbringen und gestalten.»

Damit es es ab nächstem Jahr vorbei. Im letzten Jahr einer Legislaturperiode fänden jeweils die Stadt- und Gemeinderatswahlen statt. «Ich freue mich darauf und das aus einem speziellen Grund: Es werden die ersten Wahlen seit 20 Jahren sein, an denen ich nicht teilnehme», schreibt Tom Leibundgut weiter. Er sei überzeugt, dass es nach so vielen Jahren an der Zeit sei, neuen Kräften Platz zu machen.

Noch ist es aber nicht so weit. Tom Leibundgut erinnert in seinem Schreiben daran, dass Erfolg drei Buchstaben habe: Tun. Das will er in seinem letzten Amtsjahr «voll motiviert» machen.

Parteien bringen sich in Stellung

Neben den bisherigen Stadträten, Stadtpräsident Urs Marti (FDP) und Patrik Degiacomi (SP), dürften eine ganze Reihe von Parteien in den Wahlkampf ziehen. Allen voran die BDP Chur, die bei den letzten Wahlen grosse Ambitionen hegte, mit Kandidat Marco Tscholl aber scheiterte. Parteipräsident Dajan Roman sagte gestern gegenüber dem Regionaljournal von SRF: «Wir werden uns nun die Frage stellen, ob wir eine aussichtsreiche Kandidatur präsentieren können.» 

Auch die SVP Chur dürfte mit einem Kandidaten ins Rennen steigen. «Wir wären gerne im Stadtrat vertreten», so Präsident Mario Cortesi im Regionaljournal. Man könne derzeit aber noch nicht sagen, wie man sich aufstelle.

Ebenfalls ins Rennen steigen dürfte die CVP Chur und Freie Liste, der auch Tom Leibundgut angehört. «Kampflos werden wir den Sitz nicht aufgeben», meinte Leibundgut gestern. Ob die unabhängige Partei aber erneut einen bekannten und überparteilich respektierten Kandidaten wie seinerseits Leibundgut aus dem Hut zaubern wird, bleibt abzuwarten. Die Partei will am nächsten Montag informieren. 

 

(Bild: Screenshot TVSO)