Langlaufen ist etwas für Senioren? Das gilt längst nicht mehr. Das Langlaufen zieht jedes Jahr mehr Junge und Familien in seinen Bann.

Weitläufige Hochtäler, perfekt präparierte Spuren durch verschneite Wälder und über gefrorene Seen: Graubünden ist mit 1’700 Loipenkilometern die grösste Langlauf-Region der Schweiz. Ambitionierte Läufer halten sich auf den anspruchsvollen Loipen fit und profitieren von modernen Anlagen, wie etwa dem Nordic House bei der Biathlon Arena in Lenzerheide oder dem Langlaufzentrum in Davos.

Auch ich, Mariska van Lavieren, seit kurzem 19 Jahre jung, habe das Langlaufen für mich entdeckt. Aber ich sage euch, Liebe auf den ersten Blick war es nicht! Vor einem Jahr stand ich das erste Mal auf diesen Latten ohne Kanten und Halt. Ich bin mir vorgekommen wie ein frisch geschlüpfter Straussvogel ohne Gleichgewichtssinn. Ständig rutschte ich weg oder stolperte über die Stöcke. Ja, mehr als ein Mal landete ich auf die Hüfte, Knie oder auf den Allerwertesten. Meine Güte, meine Nerven waren am Ende.

Ich bin eine sehr ehrgeizige Sportlerin, daher dachte ich, so schwierig könnte das doch nicht sein. Tja, falsch gedacht! Ein paar Tage später sahen meine Beine aus, als wären sie von einem Dalmatiner Hund. Sie waren übersäht mit blauen, grünen und violetten Flecken. Ich schwor mir, nie mehr auf diesen blöden Latten zu stehen.

Schlussendlich packte mich mein Stolz und mein Ehrgeiz dann doch und ich versuchte es noch einige Male. Jedes Mal ging es besser und als ich schon fast 100 Meter ohne Sturz überstand, war die Saison auch schon wieder vorbei.

Diese Saison wollte ich wieder dort ansetzen wo ich geendet war, doch das war wohl nichts… Das erste Mal auf den Langlaufskis in dieser Saison war eine Katastrophe. Eigentlich auch total klar, schliesslich war ich fast ein Jahr nicht mehr auf diesen Latten. Doch mein sturer Kopf wollte das natürlich nicht wahrhaben und so stellte es mir wieder ab. Einige Wochen später, versuchte ich es dann noch ein Mal und tatsächlich, als wäre ich ausgetauscht worden, funktionierte es! Mit jeder Runde die ich in der Biathlon Arena in Lenzerheide machte, ging es besser und schneller. Es gibt also Hoffnung!

Auch wenn ich es selber sage aber ich glaube, unterdessen habe ich es ziemlich im Griff. Hin und wieder überhohle ich sogar einige Langläufer. Es macht mir viel Spass und im Vergleich zum Skifahren ist es deutlich günstiger! Dieser Kostenpunkt ist für mich als Student sowieso interessant.

Das Langlaufen ist meiner Meinung nach, eine super Alternative zum Skifahren. Man ist draussen an der frischen Luft, im Schnee und kann auch kleinere Abfahrten machen. Auch wenn der Anfang etwas schwer ist, lohnt es sich auf jeden Fall für Jeden!

Einige Fakten zum Langlauf

In Schweden fand man bei Ausgrabungen einen Urski, 1,10 m lang, 20 cm breit, der aus der Zeit 2.500 v. Chr. stammt. Auch im hohen Norden Europas, bei den Sámi, wurden bei archäologischen Untersuchungen etwa 4.000 Jahre alte Gleitbretter aus Kiefernholz gefunden. Diese wurden bei der Jagt benutzt um nicht im Schnee stecken zu bleiben.

Skilanglauf gilt als gesundheitlich empfehlenswerte Sportart. Durch den komplexen Bewegungsablauf werden schon bei mässiger Geschwindigkeit 95 Prozent des Muskelapparats aktiviert – Arme, Beine, Rücken, Bauch. Er steigert die Durchblutung, ist ideal bei Venenproblemen, schult Balance und Koordination. Und dazu macht er noch einen knackigen Hintern.

 

Also, auf was wartest du noch? Ab auf die Loipe! Vielleicht laufen wir uns ja über den Weg.

(Bild: GRHeute)

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