Der Verein naturzizers hat sich selbst gefeiert: Mit einem Geschenk an die Schulkinder und einem Vortrag von Andreas Moser. Fazit: Zizers ist ein Hotspot der Biodiversität.

Die Schulkinder von Zizers haben am letzten Freitag ein besonderes Geschenk bekommen: Einen neuen Weiher. Eigentlich ist er schon 47 Jahre alt, aber die letzten Jahre weder gehegt noch gepflegt worden. Jetzt sieht er im hinteren Teil des Oberstufenschulhauses Feld noch zu sauber aus, aber das soll sich schon im Frühjahr ändern.

«Ihr musstet nichts bringen, wir haben euch etwas geschenkt», sagte Karl Rechsteiner anlässlich der Übergabe. Der Präsident von naturzizers wies darauf hin, dass sein Verein vor genau 10 Jahren und 3 Tagen von ein «paar Grünen und ein paar halbwegs Grünen» gegründet worden war.

Schulpräsident Bruno Derungs zeigte sich beim Durchschneiden des Bandes hoch erfreut. «Ich habe heute zwei lachende Augen», sagte er vor der vollzählig versammelten Schülerschaft. «Wie die Natur riecht, kann  man auf dem Tablet nicht erleben.» Er wünsche sich, dass die Kinder mit dem Weiher ganz viel erleben würden.

Biodiversität war einfach da

Nur Stunden später machte naturzizers der interessierten Bevölkerung ein zweites Geschenk: Einen Vortrag mit dem SRF-Naturfilmer Andreas Moser. Zuvor hatten sowohl Karl Rechsteiner als auch der oberste Umweltschützer Jon Domenic Parolini betont, dass Zizers ein Hotspot der Biodiversität sei.

«Es waren schon immer Arten bedroht, aber es war noch nie so schlimm», sagte der Filmemacher. Das Verhältnis zu der Natur entspreche auch immer einem Zeitgeist. «Zu Zeiten von Jeremias Gotthelf war Biodiversität kein Thema. Sie war einfach da.» In eindrücklichen Bildern zeigte Andreas Moser auf, wie sich das Verhältnis des Menschen zur Natur im Laufe der Jahrtausende verändert hat. «Wir wollen Natur à la Carte», wie es uns passt.» So seien in der Steinzeit die Menschen nicht überlegen, sondern ein Teil der Natur gewesen.

Tote geben Geist an Tiere weiter

Das zeigt sich gemäss Andreas Moser auch am Umgang mit den Toten. Tote wurden damals auf Gestellen in die Natur gestellt. «Sie gaben die Toten an die Natur zurück», sagte Andreas Moser. «Wenn ein Mensch stirbt und der Natur überlassen wird, lebt sein Geist weiter.» Er gibt Leben, weil Tiere ihn fressen.

In der Steinzeit sind auch die ersten Naturschutzgebiete entstanden. Es gab den Büffelclan, den Rabenclan, den Bärenclan – und alle diese Tiere waren auf dem Totem des Stammes verewigt. So durften im Gebiet des Büffelclans keine Büffel, bei den Raben keine Raben gejagt werden.

Zu guter Letzt plädierte Andreas Moser dafür, dass Lebewesen keine Konkurrenten, sondern Verbündete seien. «Das fängt beim Maikäfer an, der die Blattläuse frisst und endet beim Wolf, der den Hirsch jagt.»

(Bilder: GRHeute)