Graubünden bejubelt seine Olympiasieger und Weltmeister wie Nino Schurter oder Dario Cologna, fiebert mit dem HC Davos (oder wahlweise mit Chur oder Arosa) und ist Organisator von Weltcup-Events in diversen Sportarten. Nun soll auch die Politik mitziehen: graubündenSport – bis anhin ein organisatorisches Anhängsel der Volksschule – soll zu einem eigenen Sportamt werden. 

 

Sport und Bewegung haben für die Bevölkerung des Kantons Graubünden einen hohen Stellenwert. Die Studie «Sport Schweiz 2014» zeigt, dass die Bündner Bevölkerung überdurchschnittlich sportlich ist, sowohl im Vergleich zur Deutschschweiz als auch im Vergleich zur gesamten Schweiz. Die Hälfte der Bevölkerung treibt mehrmals pro Woche Sport und kommt dabei auf mindestens drei Stunden sportlicher Aktivität. Ein Viertel der Bevölkerung ist in einem der rund 700 Sportvereine aktiv. Der Sport ist in Graubünden auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Attraktive Sportevents und -infrastrukturen unterstützen die touristische Standortqualität.

Hierarchisch auf der untersten Stufe

Mit dem 2015 genehmigten Sportförderungskonzept wurde die Sportförderung im Kanton Graubünden zwar weiterentwickelt und optimiert. Geblieben ist aber der organisatorische Stellenwert der Sportförderung innerhalb der kantonalen Verwaltung. graubündenSport ist hierarchisch weiterhin auf der untersten kantonalen Stufe positioniert und dem Bereich Volksschule angesiedelt.

«Diese Organisation auf unterster Stufe wird der wachsenden Bedeutung des Sports in Graubünden nicht gerecht», so Grossrat Remo Cavegn, der die Kantonsregierung anfragt, ob sie bereit sei, ein Zeichen zu setzen für eine stärkere sportpolitische Präsenz des Kantons Graubünden in der Öffentlichkeit und die Aufwertung von graubündenSport. Der CVP-Politiker und Präsident von graubündenSport hat eine eigenes Sportamt zum Ziel, eine Aufwertung, die in anderen Kantonen längst Tatsache ist.

«Ein stärkeres Engagement ist sinnvoll»

«Die Einordnung des Sports in den Bereich der Volksschule ist sachlich unbegründet, zumal nur ein geringer Teil der Betreuung Aufgaben des Schulsportes betreffen. Die Berührungspunkte zu anderen Bereichen – vor allem mit dem privatrechtlichen Sport bzw. Vereinssport mit J+S sowie dem Sportfonds – überwiegen deutlich. Vor allem aber könnten mit der Organisation als Amt die Anliegen des Sports gegenüber anderen Politikbereichen – zum Beispiel der Bildung, Raumplanung, Bau, Tourismus, Natur und Umweltschutz etc. – direkter und noch wirksamer vertreten werden», argumentiert Cavegn, «angesichts der Vorteile, die regelmässiger Sport für das persönliche Wohlbefinden des Einzelnen und folglich auch für die Gesellschaft als Ganzes hat, ist ein stärkeres Engagement des Kantons dafür absolut sinnvoll.»

Aus den genannten Überlegungen dränge sich eine Aufwertung von graubündenSPORT mit einer neuen hierarchischen Eingliederung als Sportamt auf. Dies entspreche auch dem Wunsch des privaten Bündner Sports: «Damit verbunden wäre eine grosse Wertschätzung des Sportes mit entsprechender Signalwirkung an die zahlreichen, mehrheitlich ehrenamtlich engagierten Akteure in der Bündner Sportwelt.»

 

(Bild Mountainbike-WM 2018 Lenzerheide: Archiv GRheute)