Das 30. Churer Fest ist vorbei. Es war ein gutes, sind sich Organisatorin Andrea Thür-Suter, Stadtpräsident Urs Marti und Ueli Caluori, Kommandant der Stadtpolizei, einig. Und pünktlich zum Ende hat Zuckerbäcker Arthur Bühler auch alle Jubiläumstörtli unter die Leute gebracht.

Man könnte, wäre es nicht so ausgelutscht, berechtigt sagen: Petrus ist ein Churer. Das Wetter war perfekt. Nicht zu kalt, nicht zu warm. 95’000 Menschen haben vom 16. bis am 18. August in der ältesten Stadt Graubündens gefeiert, wie der Kommandant der Stadtpolizei Chur, Ueli Caluori, zum Abschluss des Fests am Sonntag vor den Medien sagte. Ein Rekord ist das nicht – 2002 waren gleich viele Menschen am Churer Fest.

«Es war fast das schönste Fest aller Zeiten», sagte eine sichtlich erfreute OK-Präsidentin Andrea Thür-Suter über die 30. Ausgabe des Churer Fests. «Es war super!» Es habe mit der Eröffnung im Stadtgarten mit einem Konzert der Hirondelles begonnen. «Zu Tyte Stone kamen 2000 Leute in den Stadtgarten. Wir mussten ihn abriegeln», sagte Andrea Thür Suter. Geendet hat das Churer Fest damit, dass kurz vor Schluss um 16 Uhr die Hauptpreise der Tombola gezogen wurden: Ein Audi, ein E-Bike und eine Uhr. «Wenn ein Auto dabei ist, läuft eine Tombola besser, das konnten wir schon beobachten», sagte Andrea Thür-Suter.

Jüngster Alkoholkonsument erst 14 Jahre alt

Auch das Fazit der Stadtpolizei fällt positiv aus. «Wir investieren viel in die Sicherheit», sagte Ueli Caluori. «Die Terrorgefährdung ist immer noch hoch.» Aber es gäbe in den letzten Jahren auch immer wieder Menschen, die in Menschenmassen fahren würden, weil sie aus medizinischen Gründen beeinträchtigt wären. Auch deshalb seien die Betonblöcke rund um das Festgelände wichtig.

Die Bilanz der Einsätze sieht so aus: Es gab 72 polizeiliche Interventionen (Vorjahr: 67). Nicht alle, sondern nur 26 (38), stehen mit dem Churer Fest in direkter Verbindung. Dabei ging es vor allem um Hilfeleistungen, Tätlichkeiten, Sachbeschädigungen und übermässiger Alkoholkonsum. Letzteres betraf auch sieben Jugendliche, wobei der jüngste erst 14 Jahre alt war. Fünf (7) Personen mussten sich in Spitalpflege begeben. Die Rettung Chur betreute insgesamt 60 (84) Personen. «Wir schauen auf ein friedliches Fest zurück», sagte Ueli Caluori dazu.

Auch Stadtpräsident Urs Marti schaut auf ein gelungenes Churer Fest zurück. «Es ist einfach professionell organisiert.» Es sei ein entspanntes und fröhliches Fest gewesen.  Die Stadt würde insgesamt 300’000 Franken ans Churer Fest beisteuern. «Mehr Geld wollen wir nicht zahlen.» Es seien alle Dienststellen involviert gewesen.

Zu wenig Bändel verkauft

Nicht zufrieden war Andrea Thür-Suter nur von einem: Dass nur 8000 bis 8500 Bändel gekauft wurden. «Ich bin enttäuscht, das muss ich sagen.» Mit den Bändeln würden Live-Acts finanziert werden. «Je mehr Bändel wir verkaufen, desto geilere Acts kommen nach Chur.» Das OK will den Sinn hinter dem Bändel nächstes Jahr wieder offensiv kommunizieren.

Draussen ist das Churer Fest in seinen letzten Zügen. Auf dem Ochsenplatz heizen Jojo and the Dinosaurs noch ein letztes Mal das Festpublikum an; nur ein knapper Meter davon entfernt verteilt Zuckerbäcker Arthur Bühler seine letzten Festtags-Törtchen. Sie waren ein Renner. Auf dem Kornplatz wird das Festzelt abgebaut. Bald sind die Strassen wieder leer. Für das OK ist nach dem Fest vor dem Fest. Nächstes Jahr wird es zum 31. Mal gefeiert.

 

(Bilder, Film: GRHeute)