Die Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR) hat in Absprache mit ihren Partnern entschieden, die geplante Stufenerweiterung Sekundar I für Primarlehrpersonen im Herbst 2019 nicht zu beginnen. Zu wenig Interessentinnen und Interessenten haben sich für den Kurs angemeldet. Die PHGR beantragt daher eine Verschiebung des Kurses auf den Herbst 2020.

Um den Personalbedarf für stufengerecht ausgebildete Lehrpersonen für die Volksschuloberstufe decken zu können, hat die Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR) in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) ein Ausbildungskonzept erarbeitet. Dieses soll es in Graubünden unterrichtenden Primarlehrpersonen ermöglichen, sich an der PHGR berufsbegleitend zur Lehrperson für die Volksschuloberstufe weiterbilden zu können. Indem diese Ausbildung zu grossen Teilen an der PHGR in Chur angeboten werden soll, können in Graubünden unterrichtende Primarlehrpersonen lange Anfahrtswege zu ausserkantonalen Pädagogischen Hochschulen vermeiden.

Voraussetzungen für Durchführung nicht erfüllt

Diese geplante Stufenerweiterung wurde als nachfolgender Masterstudiengang im Auftrag der Bündner Regierung geplant, organisiert und ausgeschrieben. Vorgabe der Regierung und Planungsgrundlage der beiden Pädagogischen Hochschulen war eine Mindestzahl von 24 Kursteilnehmenden. Trotz grossen Anstrengungen der PHGR, der Schulbehörden und den Schulleitungen gelang es innerhalb der Anmeldefrist vom 6. Februar 2019 bis zum 30. April 2019 nicht, genügend definitive Kursanmeldungen zu erhalten. Aus diesem Grund wurden die bereits angemeldeten Personen am 1. Mai 2019 durch die PHGR darüber informiert, dass der Kurs mit Beginn im Herbst 2019 abgesagt werden muss. Dieser Entscheid berücksichtigt die im Beschluss der Regierung vom 28. November 2018 definierten Voraussetzungen zur Durchführung des Kurses.

Erneute Ausschreibung dringend nötig

Auf der Volksschuloberstufe herrscht ein Mangel an stufengemäss ausgebildeten Lehrpersonen. Aus diesem Grund werden immer wieder Primarlehrpersonen auf dieser Stufe eingesetzt. Deshalb wurde am 15. Mai 2019 die Kursabsage unter Leitung des Vorstehers des Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartements (EKUD), Regierungspräsident Jon Domenic Parolini, zwischen Delegationen des Verbands der Lehrpersonen Graubünden (LEGR), des Schulbehördenverbands Graubünden (SBGR), des Verbands der Schulleiterinnen und Schulleiter Graubünden (VSLGR), des Rektors der PHGR sowie zuständigen Personen des EKUD besprochen. Die Anwesenden bedauerten die Absage des Ausbildungsgangs ausserordentlich und brachten klar zum Ausdruck, dass stufengemäss ausgebildete Lehrpersonen im Interesse einer guten Unterrichtsqualität unabdingbar sind. An der Besprechung wurde die Notwendigkeit eines Studiengangs zur Stufenerweiterung Sekundar I unterstrichen. Dementsprechend soll der Regierung eine erneute Ausschreibung des Studiengangs mit Beginn im Herbst 2020 beantragt werden. Mit einer verlängerten Anmeldefrist und zusätzlichen Anstrengungen der zuständigen Stellen des Kantons, der Gemeinden und der Verbände sollen für einen Start im Herbst 2020 genügend Teilnehmerinnen und Teilnehmer für diese wichtige Ausbildung gewonnen werden.

 

(Symbolbild: Pixabay)