11 Medaillenentscheidungen, verteilt über 14 Tage. Und mittendrin 5 Bündner Athleten und eine Bündner Athletin.

 

22 Skifahrer/-innen umfasst die Schweizer Delegation, sechs davon kommen aus Graubünden. Ein Blick auf unsere Medaillenhoffnungen zeigt auf: Die Schweiz reist, auch dank der Bündner Auswahl, mit legitimen Erwartungen nach Are.

 

1.     Jasmine Flury

Die 25-jährige Davoserin startete diese Saison in der Abfahrt und im Super-G und holte in 11 Rennen drei Top-5-Platzierungen: In Val Gardena (4. Rang Abfahrt und 4. Rang Super-G) und in Cortina d’Ampezzo (5. Rang Super-G) schrammte sie nur knapp am Podest vorbei.

Am Start: Als erste Bündnerin steigt Flury in den Wettkampf ein. Am Dienstag, 5. Februar, bestreitet sie um 12:30 Uhr den Super-G.

Die Medaillenchancen: 15%. In 10 von 50 Weltcup-Rennen schaffte Flury schon eine Top-10 Rangierung. Eine Medaille liegt für die erste Bündnerin, die überhaupt jemals ein Weltcup-Rennen gewinnen konnte (letzten Winter in St. Moritz), mit etwas Glück drin.

 

2.     Gino Caviezel

Gino Caviezel ist der Spezialist im Schweizer Team und der heimliche Schweizer Trumpf im Riesenslalom. Der 26-jährige Bündner vom Skiclub Beverin fuhr dieses Jahr zwar nie aufs Podest, zwei Top-10 Rangierungen machen aber Hoffnung auf einen Exploit in Are. Gino hat diesen Winter einen Schritt nach vorne gemacht. Er gilt als der unkomplizierte und draufgängerische der Caviezel-Brüder, eine Überraschung würde also seinem Naturell entsprechen.

Am Start: Voraussichtlich am Freitag, 15. Februar, ab 14:15 im Riesenslalom.

Die Medaillenchancen: 5-10%. Gino stand diese Saison schon zweimal auf dem Podest, aber «nur» im Europacup, und nicht im Weltcup. Eine Medaille wäre eine Überraschung.

 

3.     Mauro Caviezel

Der ältere der Caviezel-Brüder gilt als die grösste Medaillenhoffnung aus Bündner Sicht: Drei Podestplätze während der Saison (2. Rang in den Abfahrten von Beaver Creek und Lake Louise sowie 3. Rang im Super-G von Beaver Creek) machen Hoffnung, dass der 30-jährige Mauro die bisher beste Saison seiner Karriere auch an der WM fortsetzen kann. Zuzutrauen ist es ihm, sowohl im Super-G wie auch in der Abfahrt hat er gezeigt, dass er mit einem guten Lauf mitten in die Weltspitze fahren kann. In der alpinen Kombination gehört er gar zu den Favoriten.

Am Start: Voraussichtlich am Mittwoch, 6. Februar um 12:30 Uhr im Super-G und dann am Samstag, 9. Februar, um 12:30 Uhr in der Abfahrt. Dazu am Montag, 11. Februar um 11:00 Uhr in der alpinen Kombination.

Die Medaillenchancen: 35%. Mauro hat das Zeug, in den Speed-Rennen einen Coup zu landen und Edelmetall einzusammeln. Die besten Medaillen-Chancen hat er in der alpinen Kombination, wo er an der WM 2017 in St. Moritz Bronze gewann und dieses Jahr in der einzigen Konkurrenz (in Wengen) Vierter wurde. 

 

4.     Carlo Janka

Die ganz grossen Zeiten des Iceman scheinen vorbei zu sein: Bald ein Jahrzehnt ist es her, als der Obersaxer Gold an WM und Olympia sammelte. Diese Saison schaffte es der 32-jährige Janka nie in die Top-10, ein 11. Rang in der Abfahrt von Beaver Creek war das bisher beste Resultat. Als Ältester im Schweizer Team bringt Janka aber die Erfahrung von sechs Weltmeisterschaften mit – wer weiss, vielleicht kann der Iceman daraus noch ein letztes Mal Profit schlagen.

Am Start: Voraussichtlich am Samstag, 9. Februar, um 12:30 Uhr in der Abfahrt. Dazu am Montag, 11. Februar, um 11:00 Uhr in der alpinen Kombination. Für den WM-Super-G wird es vermutlich nicht reichen.

Die Medaillenchancen: 5%. Janka hat schon einmal Gold (Riesenslalom 2009) und einmal Bronze (Abfahrt 2009) gesammelt. Sein Palmarès wird wohl kaum erweitert werden. In der alpinen Kombination liegt am ehesten ein Coup drin.

 

5.     Sandro Simonet

Der jüngste der Bündner Delegation ist auch der Wildeste. Sandro Simonet ist der Slalomspezialist, der auch in der Kombination zuschlagen kann – sofern er nicht rausfällt: Bei neun Starts in dieser Saison fiel er viermal aus, das beste Resultat war ein 11. Rang in der Kombination in Wengen. Der 23-jährige Simonet aus Tiefencastel hat an seiner ersten Weltmeistertschaft nur Aussenseiterchancen.

Am Start: Voraussichtlich am Montag, 11. Februar um 11:00 Uhr in der Kombination.

Die Medaillenchancen: 5%. Wenn Simonet sein Risiko etwas kalkulieren kann und etwas Glück mit der Rangierung nach dem Abfahrtslauf dazukommt, liegt in der Kombination vielleicht etwas drin. Dafür darf er aber nicht rausfallen.

 

6.     Thomas Tumler

Tumler ist ein Spätzünder: Mit 29 Jahren wurde der Samnauner dank seiner Beharrlichkeit zum ersten Mal in seiner Karriere für eine WM aufgeboten – nur nur dank eines überraschenden 2. Ranges im Riesenslalom in Beaver Creek. Tumler hat diese Saison einen grossen Schritt nach vorne gemacht, trotzdem hat kaum jemand grosse Erwartungen an ihn. Dieser fehlende Druck könnte sich zu seinem Vorteil auszeichnen.

Am Start: Voraussichtlich kommt Tumler am Mittwoch, 6. Februar um 12:30 Uhr im Super-G als vierter Schweizer zum Handkuss. Dazu sicher am Freitag, 15. Februar ab 14:15 in seiner Paradedisziplin, dem Riesenslalom. 

Die Medaillenchancen: 10%. Tumler hat nichts zu verlieren. Wer weiss, vielleicht kann er den Erfolg von Beaver Creek wiederholen.

 

 

(Bild: Youtube)