Die Churerin Simona Sgier hatte auf Instagram 30’000 Followers. Nun hat die Influencerin ihren Account an einen erpresserischen Hacker verloren, wie Blick.ch berichtet.

«Diese Seite ist leider nicht verfügbar», heisst es zur Zeit auf dem Profil der 25-jährigen Churerin Simona Sgier. Die Influencerin hat die Kontrolle über die Seite verloren. In den letzten Jahren machte diese einen Grossteil ihres Lebens aus und wurde fast täglich mit Bildern und Videos bespielt.

Sgier gehört zu den wenigen Schweizern, die sich als Influencer bezeichnen können. Dank ihrer Instagram-Aktivitäten konnte sie Werbeaufträge mit verschiedenen Firmen an Land ziehen. Rund 30’000 Menschen folgten ihr, interessierten sich für ihr Leben, ihre Reisen, ihr Essen. «In den vergangenen zwei Jahren habe ich unglaublich viel Zeit und Arbeit in das Profil investiert».

Bis zum letzten Freitag, als Simona Sgier ihr Profil innerhalb weniger Sekunden an einen Hacker verlor.

«Alles begann mit einem E-Mail, vermeintlich von Instagram.» Sgier solle ihr Profil verifizieren lassen, heisst es darin. Dafür wären nur ein paar wenige Klicks notwendig. «Die Nachricht sah echt aus, auch wenn ich im Nachhinein natürlich nicht nochmals auf die Masche reinfallen würde», sagt Sgier gegenüber Blick.ch. An jenem Abend folgt sie aber den Anweisungen im Mail – und merkt bald, dass sie in die Falle eines Betrügers geraten ist. «Das Herz schlug mir bis zum Hals. Mir wurde schlecht, und ich fühlte mich richtig machtlos.»

Ihr Profil ist kurz darauf nicht mehr zugänglich. Via Whatsapp folgt die Forderung des Hackers, ihm 380 Franken zu überweisen, andernfalls würde ihr komplettes Instagram-Konto gelöscht. 

Bis jetzt kämpft Sgier erfolglos darum, ihr Instagram-Profil zurückzuerhalten. «Obwohl ich sogar eine Kopie meines Passes eingeschickt habe, glaubt man mir nicht, dass dieser Account wirklich zu mir gehört.»

Auf Facebook kommuniziert Sgier kurz darauf:

Polizei ist machtlos

Bei der Polizei hat die Influencerin Anzeige erstattet. «Es kommt hin und wieder vor, dass uns solche Fälle angezeigt werden. Ein gehacktes Profil mit so vielen Followern ist für uns jedoch aussergewöhnlich», sagt Roman Rüegg, Sprecher bei der Kapo Graubünden gegenüber Blick.ch. Viel machen können aber auch die Beamten nicht gegen den Betrüger. 

Es sei zwar in manchen Fällen möglich, die Täterschaft zu ermitteln. Grundsätzlich rät Rüegg aber: «Jeder Nutzer sollte ein gesundes Misstrauen an den Tag legen und keinen verdächtigen Links folgen oder unbekannte Anhänge öffnen.»

Die Hoffnung, trotzdem nochmals an ihr grosses Profil zu kommen, hat Simona Sgier noch nicht aufgegeben. Ihr Konto wurde zwar vom Hacker gelöscht, das soll aber nichts heissen: «Ich bin überzeugt, dass bei Facebook genügend Backups vorhanden sind, mit denen mein Konto wiederhergestellt werden könnte», sagt Sgier. Dass sie notfalls auf Instagram nochmals bei null anfangen würde, bezweifelt die Churerin aber. «Ich glaube nicht, dass ich nochmals die Energie hätte, erneut so viel Arbeit dafür zu investieren.» 

 

 

(Bild: Standbild Youtube)