Fisch essen ist in – und trotzdem werden 95 Prozent der bei uns verspeisten Fische aus dem Ausland importiert. Immer mehr Fischzuchten in der Schweiz wollen dies ändern. Zum Beispiel die erste Lachszucht der Schweiz im Misox, wie SRF gestern berichtete.

Für Schweizer Verhältnisse sei sie ein grosser Fisch in der Branche, heisst es im Bericht. Die Rede ist von der Swiss Alpine Fish AG in Lostallo im Misox, die in Bälde eröffnet wird. 600 Tonnen Lachs will sie jährlich produzieren, rund 40 Prozent so viel wie alle bestehenden Schweizer Fischzuchten zusammen.

Die Swiss Alpine Fish AG wird als erste Schweizer Firma atlantischen Lachs züchten – immerhin der beliebteste Fisch hierzulande. Der Misoxer Lachs soll im Vergleich mit importiertem Lachs nachhaltiger sein, sagt Verwaltungsrat Ronald Herculeijns gegenüber SRF: «Wir haben sehr kurze Distributionswege und wir setzen keine Antibiotika oder andere Medikamente für die Lachszucht ein. Ausserdem bereiten wir das Wasser auf und rezyklieren es.»

Wer sich unter einer natürlichen Fischzucht allerdings eine Art Biotop in parkähnlicher Umgebung vorstellt, muss umdenken. Die Anlage in Lostallo wird vollständig geschlossen sein, die Fische schwimmen unter Kunstlicht. Grund: Um die Fische vor Krankheitserregern zu schützen. Dafür könne man optimale Wasserbedingungen garantieren, sagt Herculeijns: «In den Becken gibt es eine permanente Strömung. Lachse sind Wanderfische und lieben es gegen den Strom zu Schwimmen. Zudem können wir den Sauerstoff-Gehalt des Wassers genau regulieren. Im Gegensatz zu Netzgehegen im Meer».

Der SRF-Bericht zitiert ausserdem Fridolin Tschudi, Experte für Ökotechnologie und Aquakultur an der ZHAW, der das Projekt kennt und begleitet. Für ihn ist klar: Lachs der so produziert wird, sei nachhaltiger als Zuchtlachs aus Netzgehegen im Meer.

Die Lachszucht im Misox ist nur eines von mehreren geplanten Projekten. In Erstfeld im Kanton Uri ist eine ähnlich grosse Kreislauf-Anlage geplant, die Warm-Wasser aus dem Gotthard-Basistunnel nutzen will. Damit wollen die Betreiber Schalentiere und einheimische Fische züchten.

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(Quelle: SRF/Bild: Pixabay/Visualisierung: Graakjer)

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