Ein interessanter Zeitvertrieb in Wahlkampfzeiten ist das Studium der Plattform smartvote.ch. Bürgerinnen und Bürger haben dort die Möglichkeit, 75 Fragen zu beantworten und dann festzustellen, welche Kandidaten am ehesten ihrem politischen Profil entsprechen. GRHeute hat je zwei Spitzenkandidaten pro Partei und die beiden Ständeräte genauer unter die Lupe genommen.

Das sind die Auserwählten, deren Haltungen wir genauer untersuchen:

SP

Silvia Semadeni, Nationalrätin und Präsidentin Pro Natura
Jon Pult, Präsident SP Graubünden

CVP

Martin Candinas, Nationalrat und Leiter Verkaufsstellen Chur, Samedan und Glarus bei Helsana Versicherungen AG
Franz Sepp Caluori, Geschäftsführer Café Confiserie Caluori, Präsident Gastro Graubünden

BDP

Duri Campell, Landwirt, Skischulleiter und Gemeindepräsident
Elisabeth Mani-Heldstab, Lehrerin und Vizepräsidentin BDP GR

Grünliberale

Josis Gasser, Nationalrat und Unternehmer
Aline Tannò, Leiterin Marketing und Kommunikation

FDP

Angela Casanova-Maron, selbständige Finanz- und Unternehmensberaterin, Mitglied der Verwaltungskommission der Pensionskasse Graubünden und Vorstands Ausgleichskasse Bündner Gewerbe
Hans Peter Michel, Chefexperte beim VBS

SVP

Heinz Brand, Nationalrat und Präsident santésuisse
Magdalena Martullo-Blocher, Unternehmerin und Vorsitzende scienceindustries, Schweizer Wirtschaftsverband, Chemie Pharma Biotech

 

Frageset 1

Fragekatalog1

 

Analyse

Frühitalienisch: Nur Mani dagegen

Nein zu einer zweiten Landessprache und damit Italienisch in der Primarschule sagt einzig die BDP-Vertreterin Elisabeth Mani. Zu einem «eher nein» tendieren Heinz Brand (SVP) und Hans Peter Michel (FDP), alle anderen Kandidaten befürworten eine zweite Landessprache in der Primarschule und damit auch Frühitalienisch oder -französisch für unsere Kinder.

Adoption bei gleichgeschlechtlichen Paaren: CVP und SVP skeptisch

Dass die Kandidaten der SP und der Grünliberalen Adoption für gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Partnerschaft ermöglichen wollen, erstaunt eigentlich nicht. Zumindest teilweise Unterstützung für dieses Vorhaben erhalten sie von den FDP-Nationalratskandidaten und dem BDPler Duri Campell. Nein oder eher nein sagen ebenfalls wenig überraschend die SVP und die CVP sowie unsere beiden Ständeräte.

Erhöhung des Rentenalters: SP dagegen, BDP dafür

Mit Ausnahme von Josias Gasser ist beim Rentenalter eine Links-Rechts-Verteilung erkennbar, mit einer etwas überraschend klaren Position der BDP. SP und CVP lehnen eine Erhöhung des Rentenalters für Frauen und Männer ab, während SVP und FDP sowie die Grünliberale Aline Tanno eher zu einem Ja tendieren. Klar Ja zu einer Erhöhung des Rentenalters für Frauen und Männer sagen die beiden BDP-Kandidaten Duri Campell und Elisabeth Mani.

Spitäler-Schliessung: Unklares Bild bei den Parteien

Uneinheitlicher präsentiert sich das Bild bei der Frage, ob Spitäler geschlossen werden sollen, um die Kosten im Gesundheitsbereich zu senken. Nein dazu sagen neben Silvia Semadeni und Aline Tanno auch die beiden Nationalräte und Krankenkassenvertreter Martin Candinas (Verkaufsstellenleiter bei der Helsana Versicherungen AG) und Heinz Brand (Präsident santésuisse). Letzter nutzt die Kommentarfunktion und begründet sein nein wie folgt: «Spitalschliessungen sind Symptom- und nicht Ursachenbekämpfung. Es ist vielmehr darauf zu achten, dass keine unnötigen Behandlungen angeordnet werden.» Eher nein sagt Jon Pult, die CVP sowie Hans Peter Michel von der FDP. Alle anderen Kandidaten sagen eher ja zu Spitalschliessungen und die einzige klare Ja-Position vertritt Magdalena Martullo. Interessant ist auch, dass unsere beiden Ständerate bei diesem Thema eine gegensätzliche Meinung vertreten: Während Stefan Engler Spitalschliessungen eher ablehnt, stimmt sein Ratskollege und ehemaliger höchster Spitalchef im Kanton Graubünden Spitalschliessungen eher zu.

 

Im zweiten Teil der Serie geht es am Donnerstag auf GRHeute um Fragen der Energie, der Schutzbestimmungen für Wolf und Bär und mehr. Ab morgen früh auf diesem Sender.