Christian Weder ist langjähriger Journalist und Speaker bei verschiedensten Sportanlässen, insbesondere in den Sportarten Rad, Mountainbike und Ski nordisch. Die wöchentliche Insider-Kolumne von Speaker-Hitsch.

Die Mountainbike- und Radsaison neigt sich langsam dem Ende zu. Für die Bündner war es wieder eine gute Saison mit Erfolgen auf allen Stufen.

Noch stehen die MTB-Marathons in Alpnach (nächster Sonntag) und Einsiedeln (Ende September) an, dazu das einwöchige Etappenrennen Swiss Epic in der kommenden Woche. In Graubünden findet am kommenden Sonntag das traditionelle Bergrennen Chur-Arosa statt, Ende September noch die Says-Cyclassics, die auch zum Bündner Cup zählt.

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Für die Bündner war es wieder eine gute Saison mit Erfolgen auf allen Stufen. Junior Vital Albin sicherte sich den Meistertitel, Lukas Buchli und die «Wahl-Bündnerin» Milena Landtwing gewannen die prestigeträchtigen Marathons Eiger Bike Grindelwald, Nationalpark in Scuol und Grand Raid, dazu kamen die Silbermedaillen an den Schweizer Meisterschaften und und und…

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Das grösste Highlight folgte am Wochenende an der Weltspitze: Mit dem vierten Gewinn des WM-Titels am Samstag in Andorra bei der Elite krönte Nino Schurter erneut eine perfekte Saison. In seiner so erfolgreichen Karriere ist es bereits das insgesamt siebte Weltmeister-Jersey. Die weiteren Titel für den Bündner in diesem Jahr: Der Sieg an den European Games in Baku, dazu Schweizer Meister in Langedorf, Weltcupsieger, Weltmeister. Was war das wieder für ein packendes Rennen, dass sich Schurter mit seinem «Dauer-Rivalen» Julien Absalon aus Frankreich lieferte. Dieser Fight konnte die zahlreichen Zuschauer vor Ort oder an den Bildschirmen völlig begeistern. Die beiden duellieren sich seit längerem auf höchstem Niveau, da bleibt den anderen fast nichts mehr als die Statistenrolle. So wie es im Moment ausschaut, wird im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen in Brasilien erneut der Franzose der härteste Konkurrent des Bündners sein. Aber aufgepasst, da ist ja auch noch der Tscheche Jaroslav Kulhavy, der in London – nach einem begeisternden Rennen – dem Schweizer im letzten Moment die Goldmedaille wegschnappte und auch in diesem Jahr Schurter ein-, zweimal herausfordern konnte. Aber der Olympiasieg dürfte sicher über das Duo Schurter/Absalon führen, da führt kein Weg vorbei. Wobei klar ist, dass am Tag X auch immer erst alles zusammenpassen muss. Auf jeden Fall eine ausgezeichnete Medaillen-Chance für Graubünden.

Mountainbike - WM Vallnord 2015

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Am gleichen Tag, an dem sich Schurter den Weltmeistertitel holte, konnte man den Bike-Nachwuchs in Savognin beim Finalrennen des Stevens Bike Cup Ostschweiz bewundern. Auch Schurter begann mal klein – seine Karriere begann 1994 mit zwei Nachwuchssiegen. Das motiviert die Jungen, und so sieht man das eine oder andere Talent, das durchaus Perspektiven hat, eventuell einmal in die Fussstapfen eines Nino Schurters treten kann. Und dieser Nachwuchs erhält morgen Mittwoch nachmittag (ab 13.30 Uhr) eine weitere Startgelegenheit beim Churer Mountaibikeschüali, wo sich die Jungen bei der Streckenbesichtigung Tipps von Bikeprofis holen können.

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Man darf gespannt auf die weitere Entwicklung im Bündner Mountainbikesport blicken. Fest steht, dass ein Weltcup-Event auch in den nächsten beiden Jahren auf der Lenzerheide stattfinden wird – und dann 2018 die Mountainbike-Weltmeisterschaften. Und da wird das „heisse Duell“ zwischen Nino Schurter und Julien Absalon wohl in eine weitere, begeisternde Runde gehen.

 

 

(Bilder: EQ Images/Patrick Pichon)