Blackout-Test im Kantonsspital Graubünden. Ein kompletter Stromausfall – oder Blackout – hat relativ grossen Einfluss auf unser Leben. Sei dies Zuhause, im öffentlichen Verkehr oder im Berufsleben. Was aber passiert, wenn in einem Spital der Strom ausfällt?

In den letzten Jahren ist es in der Schweiz wiederholt zu Strom-Blackouts gekommen. Der ÖV war grösstenteils lahmgelegt, ganze Quartiere waren ohne Strom, Büros und Haushalte waren unplugged und der Verkehr stand wegen ausgefallener Ampeln still. Ein Stromausfall, der in diesen Beispielen höchstens sehr lästig ist, kann bei einem Spital schwerwiegende Folgen haben.

Spitäler sind hochtechnisierte und komplexe Gebilde. Ein kompletter Stromausfall wird für ein Spital sehr schnell sehr kritisch. Würde beispielsweise während einer Operation der Strom und damit auch die lebenserhaltenden Maschinen aussteigen, hätte dies fatale Folgen. Auch in den verschiedenen Spitalabteilungen hätte ein Strom-Blackout massive Auswirkungen: Patienten könnten nicht erfasst, Blutproben im Labor nicht analysiert werden, Röntgengeräte und MRI würden nicht funktionieren.

Im Ernstfall gibt es keine nationale Prioritätenliste der Stromempfänger. Aus diesem Grund haben Spitäler Backup-Systeme und Notstromaggregate, die blitzschnell einsteigen, wenn es zu einem Stromausfall kommt. So auch im Kantonsspital Graubünden. Das System in Chur, der sogenannte Mittelspannungsring, wurde in den letzten Jahren umfassend modernisiert.

Gut Ding will getestet sein

Was im Notfall funktionieren soll, muss entsprechend auch regelmässig überprüft und getestet werden. Getestet werden einzelne Teile eines Systems, aber natürlich auch das Gesamtsystem. Die Neubauten M und H1 des Kantonsspital Graubündens wurden ebenfalls mit getestet. Es sei eine zusätzliche Maschine ins System integriert worden, um damit die Versorgungsicherheit beim Ausfall einer Maschine im gesamten Kantonsspital Graubünden zu gewährleisten.

Dieser Gesamttest fand für den Mittelspannungsring des Kantonsspitals Graubünden am Abend des 1. November 2019 statt. «Die Tests sind gut verlaufen und konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Infolge von medizinischen Notfällen mussten wir jedoch einige längere Unterbrüche zwischen den Tests einleiten», sagt Dajan Roman, Leiter Unternehmenskommunikation des Kantonsspital Graubünden. In den einzelnen Gebäuden des Kantonsspitals waren während des Tests rund 50 Spezialisten der Spitaltechnik und des Stromversorgers IBC Chur anwesend – nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen.

Extrem rasche Reaktionszeit

Am Freitag, 1. November, 2019 wurde am Abend das gesamte Kantonsspital vom öffentlichen Stromnetz getrennt. Der Stromkreislauf des Kantonsspitals musste danach innert kürzester Zeit autonom funktionieren. Wenn das externe Stromnetz ausfällt, dauert es nur Millisekunden, bis alle lebenserhaltenden Systeme in OP und Anästhesie über eine Batterieanlage versorgt werden. Weitere 8 Sekunden später starten die Notstromaggregate und versorgen das Kantonsspital zuverlässig mit Strom. Bereits nach 15 Sekunden werde dabei ersichtlich, ob das System so funktioniert wie es soll.

Erfolgreicher Blackout-Test

Der gesamte Test dauerte die ganze Nacht durch und wurde erfolgreich abgeschlossen. Wie lange könnte das Kantonsspital autonom versorgt werden? «Wir haben über grössere Mengen an Ölreserven und können uns dadurch einige Wochen autark versorgen», sagt Dajan Roman.  

(Bild: GRHeute)