Die Katze ist aus dem Sack: Nach dem sofortigen Abgang von Trainer Konstantin Kurashev hat der EHC den neuen Trainer vorgestellt. Es ist Tomas Tamfal.

«Wir sind froh, nach so kurzer Zeit bereits einen Nachfolger gefunden zu haben», sagte Roger Lüdi von der EHC-Sportkommission am Mittwochabend vor den Medien im Thomas-Domenig-Stadion in Chur. Die ersten Bewerbungen seien bereits am Abend der Mitteilung von Kurashevs Abgang eingegangen.

Der EHC konnte dabei aus vier Dossiers auswählen. «Wir haben nicht alle studiert», sagte Roger Lüdi, «wir haben uns auf die vier besten konzentriert.» Das zeige aber auch, dass der Verein lebe und das Interesse immer noch gross sei. «Bei Tamfal stimmte das ganze Paket.»

Ab 1. August im Einsatz

Der 52-jährige deutsch-tschechische Doppelbürger Tomas Tamfal ist in der Eishockey-Szene kein unbeschriebenes Blatt: Zuletzt war er Assistent bei den Ticino Rockets. Davor war er in verschiedenen Beraterpositionen tätig. Von 2012 bis 2013 war er Headcoach bei den Kloten Flyers und das Jahr darauf beim SC Langnau. Sein Arbeitsvertrag mit dem EHC beginnt am 1. August.

«Was ich gleich klarstellen will: Es geht hier nicht um mich, es geht um uns. Ich mache alles im Team», sagte Tomas Tamfal. «Chur ist eine Eishockeystadt und man spürt, dass man professionell arbeiten will.» Er sei dankbar für das Vertrauen, dass er für diesen Club arbeiten dürfe. Die Entscheidung für den EHC Chur sei deshalb gefallen, weil man hier etwas bewegen wolle. «Davon bin ich überzeugt.»

Wie die Zukunft für den EHC Chur aussehen wird, kann Tomas Tamfal nicht sagen. «Wenn ich in eine Glaskugel schauen könnte, dann schon.» Er wolle keine Platzierung vorhersagen, sondern die ersten Spiele abwarten. Es hänge soviel zusammen – die anderen Clubs, Verletzungen und anderes. «Ich kann eins versprechen: Ich werde hart mit ihnen arbeiten.» Unser Ziel sei, soviel eigene Leute wie möglich einzubinden.

Kein neuer Club

Was Konstantin Kurashev betrifft, erklärte Sportchef Andy Grothem, dass dieser den Klub wegen seiner Mutter verlassen und nach Russland zurück gekehrt sei. «Wir haben derzeit keine Kenntnis, das er bereits in einem neuen Club angestellt ist und wollen das so stehen lassen.»

Vor zehn Tagen stand der EHC noch vor dem Nichts: Konstantin Kurashev hatte «aus familiären Gründen seinen sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Nicht lange davor hatte der Verein bekannt gegeben, sich neu zu organisieren: Die Führung des EHC Chur wurde neu in einen strategischen und einen operativen Bereich aufgeteilt. Dabei übernahm Präsident Urs Knuchel die strategischen Aufgaben, um mehr Kapazitäten für die Spezialprojekte zu haben. Sportchef Andy Grothenn übernahm als Vizepräsident die operative Führung des Vereins und dabei von einer Sportkommission unterstützt. Zu dieser Kommission gehören Roger Lüdi, Lars Arpagaus, Sandro Capaul und Andreas John.

(Bild: GRHeute)