Gemessen an der Bevölkerung gibt es in Graubünden mit Chur und Davos nur zwei Städte, sprich Gemeinden mit über 10’000 Einwohnern. Landquart, mit 8849 Einwohnern drittgrösste Gemeinde des Kantons, soll die «magische Grenze» bis 2030 ebenfalls knacken. Die Verantwortlichen bereiten sich auf ein «neues urbanes Zentrum» vor. 

Die Gemeinde Landquart und ihre Umgebung werden in den nächsten Jahren stark wachsen. Das erwartete Bevölkerungswachstum bis 2040 verlangt nach den richtigen Instrumenten, um die Gemeinde in einer guten Qualität zu entwickeln. Das Kommunale Räumliche Leitbild (KRL) stellt die Weichen für eine kontrollierte Entwicklung. Am Montagabend haben die Verantwortlichen vor rund 80 Interessierten ihre Pläne und das weitere Vorgehen präsentiert. 

Bis zum Jahr 2030 wird in der Gemeinde Landquart mit einer Einwohnerzahl von rund 10‘200 Personen gerechnet, bis 2040 sollen in der Gemeinde gegen 11’000 Menschen ihr Zuhause und Beschäftigung finden.

Dieses Szenario erläuterte Gemeindepräsident Sepp Föhn anlässlich einer Orientierungsveranstaltung zum Kommunalen Räumlichen Leitbild (KRL) im Forum im Ried. «Wie soll die Gemeinde im Jahr 2040 aussehen?», fragte Föhn und ergänzte, dass neben der Bevölkerungsentwicklung auch die Beschäftigtenentwicklung, die verkehrstechnische Erreichbarkeit sowie die vorhandenen Bauzonenreserven von Bedeutung seien. Eine solche Entwicklung verlange nach einer koordinierten und durchdachten Strategie, so der Gemeindepräsident weiter. 

Neues Raumplanungsgesetz als Treiber

Basis für die weiteren Entwicklungsschritte ist das 2013 von der Schweizer Stimmbevölkerung angenommene revidierte Raumplanungsgesetz (RPG). Seitdem sind die Kantone und die Gemeinden vermehrt gefordert, sich mit der Raumplanung auseinanderzusetzen. Die Überlegungen des RPG gehen dahin, in ersten Linie bestehende Zonen zu verdichten, brachliegende Reserven zu bebauen, Umzonungen zu erwirken und erst dann neue Flächen einzuzonen. Langfristiges Potenzial für die innerdörfliche Entwicklung orten die Gemeindeverantwortlichen beispielsweise im Gebiet Mühlbach hinter der Papierfabrik, auf dem Gelände der Ziegelei in Landquart und im Bereich des RhB.

Dabei soll Landquart ein urbanes Zentrum werden und Igis und Mastrils eher ihren dörflichen Charakter bewahren. Ein besonderes Augenmerk wollen die Verantwortlichen auf eine hohe Qualität der Ortsentwicklung werfen sowie regionale Aspekte in ihren Überlegungen miteinbeziehen.

Landquart als urbanes Zentrum?

An Michael Ruffner von Remund und Kuster, Büro für Raumplanung AG war es, über die Anforderungen, den Prozess sowie den Aufbau der Kommunalen Räumlichen Entwicklung zu referieren. Norbert Mittner, Mitglied des Gemeindevorstands und der Ortsplanungskommission bekräftige in seinen Ausführungen zu den Entwicklungsgrundsätzen, dass man Landquart als Zentrumsgemeinde stärken will und dafür die richtigen Instrumente einsetzen möchte. 

Die Planungsentwürfe sind auf der Website der Gemeinde sowie auf der Gemeindekanzlei im Rathaus in Igis einsehbar. Zudem plant die Gemeinde, am Mittwoch, 22. und am Samstag, 25. Mai, Feedbackveranstaltungen durchzuführen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner sind eingeladen, daran teilzunehmen und ihre Meinungen und Ideen im Prozess einzubringen. Bis Ende 2019 soll das KRL fertiggestellt sein.

 

(Bilder: landquart.ch/Wikipedia/Ollio)

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