Der EHC Chur traf am Mittwoch in der 13. Runde der Regular Season der MySports League vor 544 Zuschauern im Thomas Domenig Stadion auf den EHC Dübendorf und musste sich trotz insgesamt zufriedenstellender Leistung mit 3:5-Toren geschlagen geben. Nach dieser fast schon logischen Heimniederlage sind die Churer weiterhin Tabellenvorletzter.

Das Spiel begann miserabel für die Einheimischen, denn schon nach 19 Sekunden wurde Simon Scherrer vom anfänglich kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Michael Graber für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt. Die Steinböcke überstanden diese erste Unterzahl aber schadlos. In der 9. Minute kassierte Curdin Lampert eine strenge 2-Minuten-Strafe, die kurz darauf Folgen haben sollte. In der 11. Minute brachte nämlich der Dübendorfer Topscorer Raoul Seiler seine Farben in Überzahl mit 1:0 in Führung. Nur zwei Minuten später erhöhte Dominik Hardmeier den Vorsprung auf 2:0. In der 19. Minute wanderten nach einem Gerangel in der Spielfeldmitte Lukas Sieber und zwei Gästespieler für zwei Minuten in die Kühlbox. Bis zur ersten Pause änderte sich am Resultat aber nichts mehr.

Im zweiten Drittel passierte in den ersten acht Minuten nicht viel. Dann kamen die Churer mit viel Glück zum Anschlusstreffer, denn Remo Trüb, der Gästekeeper, traf mit einem Befreiungsschlag den auf ihn zufahrenden Dennis Ehinger, von dem die Scheibe unglücklich abprallte und direkt ins gegnerische Gehäuse kollerte. In der 36. Minute sorgte dann Alexander Tkachenko sogar für den 2:2-Ausgleich, der aber leider nur gut eine Minute Bestand hatte, denn Fabian Schumann erzielte in der 37. Minute das 3:2 für die Einhörner. Dies war auch der Zwischenstand nach 40 Minuten.

Gut gekämpft, trotzdem verloren

In der 46. Minute schien zumindest eine Vorentscheidung gefallen zu sein, als Dominik Hardmeier den vierten Treffer für den EHC Dübendorf erzielt hatte. Die Platzherren gaben aber nicht auf und kamen in der 54. Minute durch ihren Topscorer Patrick Zahner nochmals auf ein Tor heran. Nach einem Timeout 74 Sekunden vor der letzten Sirene nahm Konstantin Kurashev, Churs Trainer und Coach, seinen Torhüter Leon-Vincent Sarkis, der bei zwei Gegentoren nicht sehr gut ausgesehen hatte, vom Eis und ersetzte ihn durch einen sechsten Feldspieler. Dies gestattete es aber Marwin Leu 45 Sekunden später, mit dem Empty Netter zum 5:3 die endgültige Entscheidung zugunsten der Gäste herbeizuführen.

Der Erfolg des EHC Dübendorf geht zweifellos in Ordnung, denn er war nicht nur spielerisch und athletisch besser, sondern seine Spieler waren vor allem auch viel effizienter. Den Einheimischen aber konkret etwas vorzuwerfen, ist fast unmöglich und wäre auch ungerecht, denn sie kämpften im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit grossem Einsatz, agierten insgesamt aber zu konzeptlos und vor dem gegnerischen Gehäuse vielfach zu überhastet und zu ungenau. Wohin der Weg des EHC Chur führt, ist ungewiss. Die ausbleibende Leistungsentwicklung muss den Verantwortlichen aber früher oder später zu denken geben. Und das unsägliche Straftraining hat schliesslich auch keine Langzeitwirkung zur Folge gehabt!

Am nächsten Samstag ist um 20 Uhr der sechstplatzierte EHC Thun im Thomas Domenig Stadion zu Gast. Gegen die Berner Oberländer zu punkten, wird für die Churer keine leichte Aufgabe sein. Mit der richtigen Einstellung und einer durchwegs konzentrierten, fehlerlosen Leistung sollte aber ein positives Resultat durchaus möglich sein.

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(Bild: GRHeute)