Er ist momentan ziemlich unterwegs: Tour mit Nena, Album in der Hitparade, ein Festivalauftritt nach dem anderen und am kommenden Wochenende tritt er in Malans auf. Wir haben Crimer vorab interviewt.

 

Lieber Crimer, ein Erfolg jagt bei dir den nächsten. Wie viel Freizeit hast du im Moment überhaupt noch?

Freizeit und Leidenschaft verschmilzt halt ganz schön schnell, wenn man das macht, was einem am leichtesten fällt. Ich differenzier, dass gar nicht so stark. Aber ich war grad eine Woche in Rotterdam und hab keinen Tag rumgesungen, ausser unter der Dusche, das geht nicht ohne.

Wie viel hat sich bei dir seit dem Gewinn des SMAs verändert?

Solche Preise sind schön und gut und sicher haben einige neue Leute mitbekommen was dieser Crimer ist und macht. Aber so extrem viel hat sich nicht verändert. Ich habe ja auch nicht darauf hingearbeitet, klar ist es eine schöne Anerkennung. Aber mir geht es darum gute und ehrliche Musik zu machen, ohne dass ich mich jemandem anpassen muss, das treibt mich viel mehr an.

Was war bisher der coolste Moment deiner Karriere?

Das Paleo Festival in Nyon war in sich perfekt. Ich hatte am Nachmittag zwei Solo Sets, zuerst für die Medien und dann Guerillia mässig irgendwo auf dem Zeltplatz gespielt, schon dort war die Stimmung ansteckend und zum Abschluss haben wir eines unserer besten Konzerte bis anhin gespielt. Die Romands sind ein extrem mutiges Publikum und scheuen nicht sich von der Energie tragen zu lassen, das spürt man auf der Bühne.

Wie oft wirst du inzwischen auf der Strasse erkannt?

Ab und zu gibt es mal einen Zuruf am Bahnhof oder ich merke, dass Leute in einem Café auf mich zeigen, aber das hält sich hier in der Schweiz in Grenzen. Aber das ist auch voll nice so.

Die St.Galler Musikszene hat im letzten Jahr ziemlich an Popularität gewonnen. Welcher Act sollten die Bündner sich neben dir unbedingt jetzt schon vormerken?

Ich glaube die ganze CH-Musikszene befindet sich in einem krassen Aufwind. Es gibt ganz viel Gutes, dass nur darauf wartet endlich überall Gehör zu finden. Einer meiner Lieblingsmusiker ist MoreEats aus dem Liechtenstein. Easy talentiert, aber leider noch easy unterschätzt. Und er ist ein Charakter, das fehlt hier vielen.

Wie kam es zur Tour mit Nena?

Ganz einfach: Wir haben der guten Nena einfach mal ne Mail geschrieben. Es kam nichts zurück. Wir haben wieder geschrieben. Es kam erneut nichts. Und so haben wir weiter gemacht, bis sie irgendwann meinten: okay, dann kommst du halt mit du Nervensäge 😀

Wie ist sie so persönlich?

Ich hab nur 30 Sekunden mit ihr gesprochen und da es am Anfang der Tour war, war das Team Nena ultra angespannt, was man auch verstehen kann. Aber sie fragte, ob es mir gut gehe und ob alle lieb seien, was der Fall war. Nur Catering technisch kamen wir ein bisschen zu kurz, denn Liquides mit ein wenig Schuss mussten wir uns immer selbst organisieren.

Am Anfang warst du praktisch alleine mit deinen Computern auf der Bühne. Jetzt hast du noch Mitmusiker. Wächst deine Band immer mehr an oder ist die momentane Besetzung die endgültige?

Hmm, das weiss ich nicht. Für mich war es der logische Schritt mal jetzt auf der Bühne zu wachsen, damit ich freier bin und besser performen kann. Obs da mehr gibt, weiss ich jetzt nicht, aber dieses Jahr wird’s bestimmt so bleiben. Ich finde es grandios so und das ist mir am wichtigsten.

Woher kommt deine Faszination für die 80er?

Ich glaube das wurde mir in die Wiege gelegt. Meine Eltern haben viel Rick Astley, Lionel Richie oder Michael Jackson gehört. Ich habe nie geplant so zu klingen. Es sind einfach die Sounds die mich packen und darum tönt es so, aber damit hab ich kein Problem.

Arbeitest du bereits wieder an neuem Material?

Das tu ich ständig. Das kommt ganz automatisch. Statt am Abend fern zu schauen oder ein Buch zu lesen, bin ich einfach immer am sounden. Obwohl mir es schon mal gut tun würde, ein bisschen mehr zu lesen. Im Herbst kommt ein neuer Song raus.

Was können deine Fans am Openair Malans von dir erwarten?

Die Frage ist, was kann ich von den Fans erwarten? Ich gebe immer 100% egal wo ich spiele, sei es an der Hochzeit eines Kumpels oder am Openair St. Gallen. Wenn das auf das Publikum überschwappt dann wird es sehr spannend. Oft hab ich aber das Gefühl, dass ich manche Leute überfordere oder sie zumindest peinlich berühre.