«Gring abe u secklä!», sagt Valérie Favre Accola über ihren Wahlkampf für den Kleinen Landrat. Ihr Ziel: Wieder eine Frau in den Kleinen Landrat zu bringen – sie selbst.

Valérie Favre Accola und ihr Mann Paul, der berühmte ehemalige Skifahrer, haben Humor. Als Toni Brunner sich für seine Freundin Esther Friedli bei der Hausarbeit filmen liess und dabei für einen Youtube-Hit sorgte, doppelten die Accolas nach und schrieben: Pauli an den Kochherd – Valérie in den Kleinen Landrat!.

Aber reicht Humor, um die Wahlen zu gewinnen? Valérie Favre Accola hat in den letzten Wochen keine klassischen Wahlveranstaltungen besucht. «Anlässlich von thematischen Diskussionsrunden wie zum Beispiel FMedG oder Sportgrossveranstaltungen konnte mich die Bevölkerung kennen lernen», sagt die Sekretärin der SVP Graubünden. Wie viele Hände sie geschüttelt, wie viele Worte sie gewechselt hat, kann sie nicht sagen. Wichtig war ihr, den Kontakt zur Bevölkerung zu suchen, weil ihr der Dialog wichtig ist. «Es ist die Aufgabe der Politik zu spüren, was die Bevölkerung will, wo der Schuh drückt», ist die 43-Jährige überzeugt. «Die Exekutive hat anschliessend die Aufgabe, es umzusetzen.»

Man kann sich fragen, was Valérie Favre Accola zu dieser Kanidatur antreibt – schon jetzt dürfte es ihr nämlich kaum langweilig werden. Neben der Arbeit in der Firma ihres Mannes und dem, was die Bedürfnisse von drei Kindern mit sich bringen, organisiert sie auch als Geschäftsführerin den Davoser Skulpturensommer und ist Vize-Präsidentin der Molkerei Davos Genossenschaft. Warum haben Sie kandidiert? «Mein Engagement und damit auch mein Leben ist geprägt von der Haltung: Fordere nicht von der Gesellschaft, sondern frage dich, was du beitragen kannst», sagt sie dazu. Eine Kandidatur für die studierte Philosophin mit Insigni-cum-Laude-Abschluss also die logische Konsequenz.

Und was sagen die Kinder zu der zuletzt grossen Medienpräsenz? «Sie verfolgen die Aktivitäten mit Interesse, zumal sie die politischen Akteure auch kennen. Zudem sind die Kids mit Medienpräsenz aufgewachsen – früher war es der Ätti an den Skirennen und manchmal ist es eben die Mama in der Politik.» Aber nicht nur die Kinder unterstützen sie tatkräftig – da ist ihr Mann, der wie immer sonntags kocht und die Nachbarin, die ihr einen selbstgemachten Zopf bringt.

Ob sie gewinnt – Valérie Favre Accola kann keine Prognose stellen. «Der Ausgang ist ungewiss. Erst an der Ziellinie wird das Resultat ersichtlich. Bis dahin gilt: Gring abe u secklä!» Als Vorbereitung für die nächsten Wahlen sieht sie ihre Kandidatur aber nicht. «Nein, absolut nicht», sagt sie dazu. Allerdings ist die SVP-Politikerin überzeugt davon, dass es viele fähige Frauen gibt und findet es wichtig, dass Parlament und Exekutive die vielfältige Bevölkerung widerspiegeln. «Entsprechend wäre es auch schön, wenn diese, sofern sie sich der Wahl stellen, auch gewählt werden.»

 

(Bild: zVg.)