Chur wirbt mit malerischen Gassen und schneebedeckten Bergen, urbaner Lebenslust inmitten einer alpinen Zauberwelt. Noch verdeckt eine dicke Schneeschicht die offensichtlichen Spuren. Wer einen Blick in die Plessur wagt oder auf den Strassen einmal genauer hinsieht, der erkennt schnell: Hier gilt das Motto «Aussen hui, innen pfui». Denn hinter Bänken und Nischen, zwischen Gassen und Häusern, zeigt sich die Stadt von einer ganz anderen Seite.

Zahlreiche ausgedrückte Zigarettenstummel, Flaschendeckel und Glasscherben liegen auf den Strassen und in der Rathaushalle sind noch Überreste der diesjährigen Fasnacht zu finden. Hinter den Büschen und neben dem Mülleimer bei der Parkbank an der Metzgerbrücke, findet sich von leeren PET- und Glasflaschen über halbverzehrte Sandwiches bis hin zu Kondomen aller möglicher Abfall. Selbst der ausgehöhlte Baumstamm neben der Bank hat so manch einem am helllichten Tag als öffentliche Toilette gedient.

Parkbank

Da erhält Chur die einmalige Chance, sich als Gastgeberin der grössten und emotionalsten Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung zu etablieren. Doch anstelle den über 550 Athletinnen und Athleten aus der ganzen Schweiz, Medien und Prominenten, Chur als DIE Alpenstatt im Zentrum des Bergzaubers zu präsentieren, versinken wir im Müll.

Nachhaltig sauberes Chur

Achtlos zu Boden geworfener Abfall und Hundekot mitten auf der Strasse passen nicht ins idyllische Bild der ältesten Stadt der Schweiz. Klar, Littering ist in Chur, im Vergleich zu anderen Städten, noch relativ human. Dennoch ist eine starke Zunahme der Verschmutzung in den vergangenen Jahren festzustellen. Ob dies mit der Aufhebung von Abfallbehältern aufgrund von Sparmassnahmen vor wenigen Jahren zu tun hat, sei dahingestellt. Fakt ist, dass hier an der falschen Stelle gespart wird.

Die zunehmende Vermüllung unserer Strassen und öffentlichen Anlagen ist nicht nur ein Problem, mit dem sich der Stadtrat in Zukunft befassen sollte. Im Endeffekt muss auch an den Verstand der Bevölkerung appelliert werden. Gemeinsam und mit Respekt vor unserer Stadt, kann ein aktiver Beitrag für die Lebensqualität und die Sicherheit bewirkt werden.

Aussen hui, innen pfui

Effiziente Massnahmen und Ideen für ein «nachhaltig sauberes Chur» und somit das Littering ein wenig zu vermindern, wären reichlich vorhanden.

 

(Bilder: GRHeute)

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