In drei Wochen weiss Graubünden, wer den Kanton in der nächsten Legislatur-Periode in Bern vertreten wird. Die Ausgangslage vor dem Endspurt im Überblick.

Die Situation vor den Nationalratswahlen 2019 zeigt sich vielschichtig. Aufgrund der Wahl-Umfrage des Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag des Rätoromanischen Radio und Fernsehens und des Medienhauses Somedia vor zehn Tagen kann heute sicher gesagt werden, dass:

  • die Klima-Allianz um SP, Grüne und Grünliberale ihren Sitz der zurückgetretenen Silva Semadeni verteidigen wird, höchstwahrscheinlich durch ihr Zugpferd Jon Pult, der nach zwei knappen internen Wahl-Niederlagen 2011 und 2015 nun den Sprung nach Bern schaffen dürfte. 
  • auch die Mitte-Parteien um die FDP, CVP und BDP einen Sitz auf sicher haben, Martin Candinas wird seinen Sitz im Nationalrat problemlos verteidigen.
  • auch die SVP auf der rechtsbürgerlichen Seite des Politspektrums sicher einen Sitz der beiden Bisherigen holen werden. Ob die Liste von Magdalena Martullo-Blocher oder jene von Heinz Brand stärker ist, scheint hingegen ziemlich offen.

Pult, Candinas, Martullo Blocher, Brand (v.l.n.r.).

Soweit die sicheren Wahl-Tipps – bleiben somit noch zwei Sitze, die es zu gewinnen gibt. 2015 gewann diesen die SVP mit Magdalena Martullo Blocher in einer knappen Entscheidung.

Martullo Blocher oder Brand? Oder beide?

Auch dieses Jahr wird es wieder ein äusserst enges und umkämpftes Rennen.

  • Die Mitte-Parteien werden sicher einen zweiten Sitz holen. Ob allerdings Duri Campell von der BDP seinen Posten im Nationalrat behalten wird, ist angesichts der schwachen Umfrageresultate höchst unsicher. Wahrscheinlicher ist, dass die FDP ihren 2011 verlorenen Sitz zurückgewinnen wird. Ob mit Michel Pfäffli, Andreas Züllig oder allenfalls Vera Stiffler scheint aber völlig offen zu sein. Die CVP kann nicht mit einem zweiten Sitz liebäugeln, obwohl sie mit Ständerat Stefan Engler und NR-Kandidat Martin Candinas zwei Zugpferde am Start hat. 
  • Der letzte verbleibende Sitz wird entweder an die SVP – mit einem der Bisherigen, Magdalena Martullo-Blocher oder Heinz Brand – oder an die linke Listenverbindung gehen, wahrscheinlich an den Grünliberalen Josias Gasser, der nach seiner Abwahl 2015 zu einem Comeback in Bern käme. Nach den Umfrageresultaten hat die linke Allianz die Nase leicht vorne, nicht zuletzt dank dem Comeback der Grünen, die nach ihrer Wahl-Abstinenz von 2015 auf Anhieb wieder 4,8% der Stimmen holen sollen.

Campell, Pfäffli, Zülli, Stiffler, Martullo Blocher, Brand, Gasser (v.l.n.r.).

Im Kampf um die beiden Plätze m Ständerat gibt es mit den Herausforderern Jon Pult (SP), Valerie Favre Accola (SVP) und Géraldine Danuser (GLP) dieses Jahr zwar wieder eine echte Auswahl, es darf aber davon ausgegangen werden, dass die beiden Bisherigen Martin Schmid (FDP) und Stefan Engler (CVP) souverän wiedergewählt werden. 

Briefliche Stimmabgabe angelaufen

Die Ergebnisse der brieflichen Stimmabgabe treffen derzeit bereits in den verschiedenen Gemeinden ein. Der Grossteil der Bündner Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wird in den nächsten beiden Wochen ihre Stimme brieflich einreichen, persönlich kann man auch am Wahl-Wochenende bis am Stichtag 20. Oktober wählen. Der Endspurt der Bündner Parteien um die Herzen und Stimmen der Bevölkerung kann beginnen. 

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Wahlen 2019: Alle Kandidatinnen und Kandidaten im Überblick

 

(Bilder: GRHeute/zVg.)