Ja, wir essen Fleisch. Sind wir deshalb Klimasünder? Muss Werbung für Fleisch daher gar verboten werden? Unserer Meinung nach nicht. Weshalb?

Die Diskussion um den Klima- und Umweltschutz beschränkt sich zunehmend auf unseren CO2-Ausstoss. Der Zusammenhang zwischen dem Ausstoss von Treibhausgasen und der Erderwärmung ist empirisch belegt und nachgewiesen – auch wenn einzelne Exponenten das Gegenteil behaupten. Alle können sich unter dem Treibhauseffekt etwas vorstellen. Es mag daher naheliegend sein, den Flugverkehr oder das Autofahren einschränken zu wollen oder in der Fleischproduktion das Übel alles Bösen zu sehen. Die Reduktion des CO2-Ausstosses ist durchaus wichtig und richtig – aber nicht das Allerheilmittel zum Schutz unserer Umwelt.

Umweltschutz heisst, nachhaltig zu handeln. Nachhaltigkeit: es gibt sie in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Stellen Sie sich vor, wir verzichten gänzlich auf den Fleischkonsum. Ein ökonomisches Desaster für unsere Landwirtschaft! Aus ökologischer Sicht ebenfalls fragwürdig: Nahrungsergänzungsmittel müssen chemisch hergestellt oder gezüchtet werden – verbunden natürlich mit entsprechendem CO2-Ausstoss. Es sei dahingestellt, ob es sinnvoller ist, Avocados aus Peru, mit dem Schiff oder Flugzeug zu uns transportiert, dem einheimisch produzierten Fleisch vorzuziehen.

Die Dosierung ist daher entscheidend – wie bei so manchem Alltäglichen. Nachhaltig handeln heisst, den CO2-Ausstoss zwar zu reduzieren, dabei aber nicht die weiteren Aspekte der Nachhaltigkeit auszublenden. Ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit müssen zukünftig so unter einen Hut gebracht werden, dass langfristig Besserung in jedem Bereich erzielt wird.

Kann dies geschehen, indem man Werbung für Fleisch verbietet? Kaum. Werbung für Fleisch zu verbieten ist nicht mehr als Symbolpolitik – und Symbolpolitik bringt uns generell nicht weiter. Gerade im Wahljahr ist es allerdings einfacher, «heisse Luft» zu produzieren anstatt «heisse Eisen» anzufassen. Statt die Klimadebatte für irrwitzige Wahlkampfslogans und Aufmerksamkeit zu missbrauchen, wäre es angebracht, Lösungen anzubieten, die realisierbar und zielgerichtet sind.

Übrigens: die BDP setzt sich seit geraumer Zeit für die Umwelt ein, beispielsweise mit der Unterstützung der kontrollierten Energiewende – und dies Jahre bevor die aktuelle Klimastreikbewegung aufgekommen ist. Aktuellstes Problemlösungsbeispiel: die Unterschriftensammlung für die Gletscherinitiative.

Bild: Pexels/ GRHeute

Am 20. Oktober wird in der Schweiz das neue Parlament gewählt. Im Politforum von GRHeute diskutieren bis zu den Wahlen verschiedene Kandidaten über Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen. Heute: Ursin Widmer, Grossrat und Nationalratskandidat Junge BDP Graubünden und Gian-Reto Trepp, Nationalratskandidat Junge BDP Graubünden