Der Kulturjournalist Mathias Balzer und der Filmemacher Luis Balzer erzählen in «Hanshi Charlie» die bewegte Lebensgeschichte von Charlie Lenz. Eine 160-seitige Reportage und ein 25-minütiger Dokumentarfilm entwerfen ein vielschichtiges Porträt des schweizerisch-österreichischen Ju-Jitsu-Grossmeisters und Lebenskünstlers.

 

Das Buch von Mathias Balzer erzählt in 26 kurzweiligen Kapiteln die Lebensgeschichte von Charlie Lenz. Seine Kindheit in der Familie armer Bergbauarbeiter, seine Zeit als halbstarker Strassenschläger, sein Leben als Immigrant in der Schweizer Kleinstadt Chur, seine ausgedehnten Reisen nach Japan. Der Autor beschreibt Charlies Leidensweg in der härtesten Karateschule der Welt. Er erzählt wie Lenz durch Zufall einem Zen-Meister begegnet und dessen Schüler wird, wie der vierfache Karate-Schweizermeister vom Sportler zu einem der weltweit höchst dekorierten Kampfkünstler, Präsident der Europäischen Ju-Jitsu Union und Vizepräsident des Weltverbandes wird. Er spricht mit dem Meister über die Wirkung seines Trainings (Lenz hat vor über 40 Jahren in Chur seine Kampfsportschule Budo Haru gegründet und war Trainer der Schweizer Kick-Box-Legende Andy Hug), die zweifelhafte Hinterlassenschaft der Samurai, über das Nicht-Kämpfen als höchste Form des Kampfes, über das Wesen des Todes — und, last but not least, über die Kunst des Kochens. Er begleitet Lenz auf seinen europaweiten Reisen als Lehrer, und lernt einen siebzigjährigen Mann kennen, der immer noch von Neugierde auf das Leben erfüllt ist.

Vieles verdankt er seiner Frau

Das Buch über Lenz erzählt aber auch von einer grossen Liebe. Ohne Anna, seine Frau, wäre Charlie Lenz heute nicht der, der er ist. Sie hat ebenfalls Judo praktiziert und sich als Architekturfotografin einen herausragenden Ruf erarbeitet. Der Autor erzählt, wie das Paar Schritt für Schritt seine Lebensträume erfüllt und aus dem Zusammentreffen von Kampfkunst, Architektur, Naturliebe und Philosophie ein eigentliches Gesamtkunstwerk entwirft, das in seiner Konsequenz Seltenheitswert hat. «Einfachheit ist das Ziel jeder Kunst», sagt Charlie Lenz heute. «Nur bekommt man Einfachheit nicht geschenkt, man muss sie täglich trainieren.»

Kurzfilm erhält eine Auszeichnung

Der junge Filmemacher Luis Balzer hat mit der Illustratorin Justin Klaiber und dem Kameramann Avi Sliman drei wichtige Episoden aus dem Leben von Charlie Lenz zu einem vielschichtigen, rund 25-minütigen Porträt verwoben. Der zuerst als dreiteilige Web-Doku erschienene Film wurde an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) als eine der besten Arbeiten des Jahres 2018 ausgezeichnet, diese Woche folgte die Einladung an «die Seriale», das 5. Digital Series Festival, das vom 13. bis 16. Juni 2019 in Giessen stattfinden wird. Die verlängerte, endgültige Fassung kann nun über einen Web-Code im Buch heruntergeladen werden. 

Buch- und Filmvernissage Samstag, 9. März 2019, um 11 Uhr im Saal des Hotels «Marsoel» in Chur Mit: Charlie Lenz, Luis Balthisar Balzer und Mathias Balzer Lesung: Felicitas Heyerick Moderation: Diana Joerg Spescha Eintritt frei

 

(Bild: zVg.)

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