Der HC Davos bestreitet diese Woche nicht nur eine Doppel-, sondern gar eine Dreifachrunde: Am Samstagabend in Zug, am Sonntag zuhause gegen Ambri (15.45 Uhr). Im wichtigsten «Spiel» des Weekends geht es aber um nicht weniger als das Überleben des Traditionsklubs in der Schweizer Elite. An der Urne entscheidet die Davoser Bevölkerung über den zwingend nötigen Ausbau der Vaillant Arena.

Die Vaillant Arena, das Eisstadion in Davos, sieht sich schon seit langem mit Forderungen der kantonalen Feuerpolizei konfrontiert. Ohne umfangreiche bauliche Anpassungen könne die Sicherheit von Besuchern, Spielern und Betreuerstab nicht mehr gewährleistet werden. Ohne Sanierungsmassnahmen müssten mindestens 2’500 Zuschauerplätze abgebaut werden, was die ohnehin knappen Finanzen des Hockey Clubs Davos aus dem Lot bringen würde. Für den HCD ist klar, dass ohne ein „Ja“ zwingend der Abstieg in eine untere Liga erfolgen müsste. 

Die Abstimmung über die Sanierung ist faktisch bereits entschieden, bis am Mittwochabend hatten 30,9 % der 6929 Davoser Stimmberechtigten ihre Abstimmungsunterlagen bereits eingereicht. Die Gemeinde rechnet mit einer überdurchschnittlichen Stimmbeteiligung von knapp unter 50%. Alles andere als ein klares „Ja“ des Ferienortes wäre nicht nur eine Überraschung, sondern auch eine Riesen-Enttäuschung für jeden Bündner Sport-Fan.

Finanzierung ist zu stemmen

Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf 25,55 Mio. Franken, wobei grösstenteils sogenannte gebundene Ausgaben, also zwingend zu erneuernde Bestandteile, vorliegen. Über die gebundenen Ausgaben entscheidet der Grosse Landrat, die übrigen Kosten von 3,415 Mio. Franken werden mit dieser Abstimmungsvorlage der Volksabstimmung unterbreitet. Gemäss der Gemeinde kann die Finanzierung der Sanierungskosten – ohne bei anderen wichtigen Investitionsvorhaben der kommenden Jahre Streichungen vornehmen zu müssen – sichergestellt werden. Der Kanton Graubünden leistet an das Projekt einen Beitrag von 5 Mio. Franken, der Anlagefonds einen Beitrag von 4 Mio. Franken.

Auch auf dem Eis steht für den HCD am Weekend volle Action auf dem Programm: Nach dem schwierigen Auswärtsspiel vom Samstag in Zug (19.45 Uhr), empfangen die Bündner am Sonntag den HC Ambri-Piotta. Der HCD steigt zuhause als Favorit ins Spiel, wobei die jüngste Heim-Niederlage gegen Lausanne zeigt, dass zwei schlechte Drittel auch gegen vermeintlich schwächere Teams in der NLA nicht zu einem Sieg reichen. Zuletzt in Kloten und gegen Lausanne verbockte der HCD jeweils die ersten beiden Drittel (total 0:7 Tore), drehte dann aber mächtig auf und konnte in den jeweiligen 3. Dritteln (total 7:1 Tore) noch drei Punkte in Kloten gewinnen und gegen Lausanne das Spiel beinah noch drehen. 

«Nicht zufrieden»

Zufrieden ist mit diesen Leistungen in den ersten 40 Minuten natürlich niemand. Weder die Matchbesucher noch die Spieler. Chris Egli, der in Kloten mit 2 Toren zum Matchwinner avancierte, drückte es so aus: «Logischerweise sind auch wir Spieler mit Leistungen, wie wir sie je zwei Drittel lang gegen Kloten und Lausanne gezeigt hatten, nicht zufrieden. In solchen Situationen reden wir miteinander, was wir besser machen müssen. Und Arno Del Curto sagt jeweils unmissverständlich, was Sache ist.» Im Cupspiel am Mittwoch gegen den drittklassigen EHC Dübendorf gaben sich die Davoser keine Blösse und setzten sich klar mit 10: 2 durch.

Die Leventiner haben in den ersten Spielen viel Lob für ihre ambitionierte und attraktive Spielweise unter dem neuen Trainer Luca Cereda bekommen. Mit der Punkteausbeute (6 Punkte aus 5 Spielen) werden sie aber sicher nicht zufrieden sein. Vor knapp zwei Wochen gewannen die Davoser in Ambri mit etwas Glück 2:1. Die Tessiner werden deshalb in Davos alles daran setzen, um den HCD zu besiegen und Revanche für die Heimniederlage zu nehmen. 
 
Tickets zum Spiel vom Sonntag gibts hier

 

(Bild: zVg.)