Knapp vier Wochen vor Beginn der 1. Liga-Eishockey-Meisterschaft ist der Sommer doch noch bei uns eingetroffen. Draussen ist es heiss, aber die Spieler des EHC Chur und des EHC Arosa kommen auch auf dem Eis ins Schwitzen, zumal beide Teams in der Endphase der Vorbereitungen auf die bevorstehende Saison stecken, die am 17. September beginnen wird. GRHeute macht eine Bestandsaufnahme.

Sowohl die Churer als auch die Aroser sind wiederum in der Ostgruppe der 1. Liga eingeteilt und treffen dabei auf folgende neun Gegner: EHC Dübendorf, EC Wil, EHC Wetzikon, EHC Frauenfeld, EHC Seewen, EHC Bülach, EHC Pikes Oberthurgau, SC Weinfelden und EHC Uzwil.

In der Qualifikation, die bis zum 4. Februar 2017 dauert, spielt jede Mannschaft dreimal gegen jede und kommt so auf insgesamt 30 Partien. Die vier Erstklassierten sind berechtigt, in die im Herbst 2017 startende Swiss Regio League, die zukünftig höchste Amateurklasse aufzusteigen, sofern die interessierten Clubs rechtzeitig, das heisst bis zum 15. September 2016, ihre Dossiers eingereicht haben und diese vom Verband dann auch akzeptiert worden sind.

In den Playoffs ermitteln anschliessend die acht bestklassierten Teams den Ostschweizer Meister, der dann in einer Finalrunde gegen die beiden Regionalmeister der Zentral- und der Westschweiz noch um den Titel des Amateur-Schweizermeisters 2016/17 spielt.

In der Swiss Regio League werden ab der Saison 2017/18 die Amateurteams von zwölf Erstligisten aus der ganzen Schweiz aufeinandertreffen und den Titel des Amateur-Schweizermeisters unter sich ausmachen. Die pro Region verbleibenden je zehn Erstligisten werden dann nur noch um die drei regionalen Meistertitel spielen können, was nebst der Tatsache, dass die 1. Liga nur noch die vierthöchste Spielklasse sein wird, logischerweise einem sportlichen Abstieg gleichkommt.

Aufgrund dieser Vorgaben ist verständlich, dass beide Bündner 1. Liga-Clubs in der Qualifikation einen Platz unter den ersten Vier anpeilen. Marcel Habisreutinger, der neue Headcoach des EHC Chur, machte diese klare Ansage anlässlich der Tenü- und Teampräsentation, die Mitte August im Restaurant Manora stattfand. Sportchef Andy Grothenn bestätigte zwar diese Zielsetzung, wollte sich aber aufgrund fehlender Fakten hinsichtlich eines allfälligen Aufstiegs des Stadtclubs in die Swiss Regio League noch nicht definitiv festlegen. Die Verantwortlichen des EHC Arosa unter der Leitung von Geschäftsführer Adrian Fetscherin haben dagegen schon früher kundgetan, den Aufstieg in die Nationalliga B über den Umweg der Swiss Regio League bewerkstelligen zu wollen, weil dem Traditionsclub die Aufnahme in die zweithöchste Spielklasse bekanntlich verwehrt worden ist.

In Chur ist die Kaderbildung abgeschlossen, in Arosa hingegen noch nicht 

Das Kader des EHC Chur wurde in den letzten Wochen bereinigt. Das Team konnte mehrheitlich zusammengehalten werden, weist eine gute Mischung von routinierten und jungen Spielern auf und sieht wie folgt aus:

Torhüter: Leon Vincent Sarkis, Tobias Werner

Verteidiger: Lars Arpagaus, Andy Camichel, Roland Durisch, Claudio Engler, Andreas John, Fabian Morandi, Stefano Raganato, Patric Schwab, Nico Casanova, Marc Näf, Ryan Stieger

Stürmer: Pierino Bigliel, Yannick Bucher, Jann Däscher, Dario Gruber, Casey Hemopo, Manuel Holenstein, Dario Horber, Luca Infanger, Curdin Lampert, Christian Litscher, Daniel Peer, Livio Rohner, Lukas Sieber, Lukas Willi, Luca Bossi

Trainer: Marcel Habisreutinger (Headcoach), Rico Bonorand, Gery Schneller (Assistenztrainer)

Das Kader des EHC Arosa wurde und wird noch im Hinblick auf die mögliche Verpflichtung von Try-Out-Spielern nach und nach ergänzt, weist wiederum ein tiefes Durchschnittsalter auf und umfasst gegenwärtig folgende Spieler:

Torhüter: Dario Caduff, Andrin Kunz

Verteidiger: Nidal Agha, Luka Carevic, Tobias Klopfer, Danilo Dimasi, Daniel Rühl, Nando Steiner, Olivier Hostettler, Mathias Hagen

Stürmer: Luca Suter, Christian Däscher, Nando Jeyabalan, Yannick Bruderer, Andri Kessler, Fadri Holinger, Gianmarco Guidon, Fabian Rufer, Reto Amstutz, Gianrico Cola, Marc Sahli

Trainer: Herbert Schädler (Headcoach)

Standortvorteil der Aroser 

Während der EHC Chur für sein Eistraining wiederum nach Grüsch ausweichen musste, konnten die Akteure des EHC Arosa schon frühzeitig in der Eissporthalle Obersee trainieren. Beide Teams waren in den Vorbereitungsspielen recht erfolgreich, wobei die Resultate allerdings mit Vorsicht zu geniessen sind.

Die Churer unterlagen bisher den HC Biasca Ticino Rockets mit 3:6, besiegten den EHC Wetzikon mit 4:3, den EHC Uzwil mit 7:1 und den HC Prättigau-Herrschaft mit 6:3 und spielen noch gegen die VEU Feldkirch, die Elite A-Junioren des EV Zug, den EHC Pikes Oberthurgau und im Rahmen eines Trainingsweekends eine Woche vor Meisterschaftsbeginn gegen den EHC Wiki-Münsingen.

Die Aroser verloren bisher gegen die SC Rapperswil-Jona Lakers mit 1:4, schlugen die Pikes Oberthurgau mit 7:1, den EHC Uzwil mit 11:1, den EC Wil mit 5:2 und den EHC Bregenzerwald mit 5:3 und spielen noch gegen die EHC Pikes Oberthurgau und die VEU Feldkirch.

Drei Derbys in der Qualifikation

In der Qualifikation kommen die Fans der Bündner Erstligisten dank des diesjährigen Modus in den Genuss von drei Derbys. Am Mittwoch, 5. Oktober, empfängt der EHC Chur den Kantonsrivalen im Hallenstadion, während der EHC Arosa am Samstag, 19. November, Heimrecht hat. Anfangs 2017 findet die dritte Begegnung statt, die am Mittwoch, 18. Januar wiederum in Chur ausgetragen wird.

Zum Saisonauftakt am Samstag, 17. September trifft der EHC Chur im Hallenstadion auf den EHC Bülach. Für den EHC Arosa beginnt die Meisterschaft gleichentags mit der Auswärtspartie gegen den EHC Seewen. Bis zu diesem Zeitpunkt werden aber wohl noch viele Schweisstropfen fliessen.

 

 

(Bild: ehcfans.ch)