Im Osten der Ukraine nimmt die Gewalt kein Ende – im Gegenteil. Ein Grund für das neu ins Leben gerufene Bündner Projekt «Ostukraine» den armutsbetroffenen Menschen im Osten zu helfen. Rund 20 freiwillige Helferinnen und Helfer – darunter auch junge Asylsuchende aus Laax – packen mit grosser Motivation an.

Seit mehr als zwei Jahren kämpfen in der Ostukraine prorussische Rebellen gegen die ukrainische Armee. Zwar wurde im Februar 2015 eine Friedensvereinbarung unterzeichnet, doch eingehalten wird sie nicht. Beide Seiten beschuldigen sich, diese zu verletzen. Einander beschuldigen ist jedoch kein Weg zum Frieden. Es braucht gegenseitiger Respekt, Akzeptanz und ein Miteinander. Diese drei Werte haben die Bündner Institutionen – die Katholische Kirchgemeinde Flims-Trin, das Waldhaus Flims Mountain Resort & Spa und das Asylzentrum «Rustico» – zum Programm gemacht und am 4. August 2016 das Projekt «Ostukraine» ins Leben gerufen.

Waldhaus Flims spendet Hotel-Inventar

Anfang August dieses Jahres lud das Waldhaus Flims die Bevölkerung zum grossen Ausverkauf auf. Ähnlich nach dem Motto «Alles muss raus – wir schaffen Platz für Neues» fand während zweier Tage ein grosser Möbelausverkauf statt. Denn das Hotel steht derzeit vor einem grossen Wandel: In den anstehenden Monaten werden rund 40 Millionen Franken in umfassende Renovationen investiert, um das historische Resort in Sachen Luxus und Komfort auf dem Schweizer Hotelmarkt neu zu positionieren. Für Schnäppchenjäger ein wahres Abendteuer. Nach dem Ende des Ausverkaufs jedoch, blieben unzählige Schmuckstücke, Kronleuchter, Lampen, Betten und neuwertige Möbel übrig. Doch wohin damit? So entstand die Idee für die Hilfsaktion «Ostukraine» in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Flims-Trin, dem Waldhaus Flims Mountain Resort & Spa und des Asylzentrums «Rustico.

Hand in Hand mit den Asylsuchenden

Am Abend des zweiten und letzten Verkaufstages des Hotels Waldhaus Flims, startete die Hilfsaktion «Ostukraine». Tatkräftig unterstützt und koordiniert wurde die Aktion vom Hilfswerk «Helfen Sie helfen», wie auch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirchgemeinde und dutzenden Asylsuchenden des Asylzentrums «Rustico». Das gesamte Hotel wurde über Nacht ausgeräumt: Betten, Matratzen und Möbel wurden drei Stockwerke nach unten transportiert und in zwei leere Transportfahrzeuge geladen. Diese verkehrten mit mehreren Tonnen Möbel im Gepäck die ganze Nacht zwischen Hotel und einer nahegelegenen Lagerhalle, die bis zum heutigen Tag als Zwischenstopp diente.

«Jede und jeder war voll motiviert und packte tatkräftig an. Auch die Zusammenarbeit mit den jungen Asylsuchenden aus Laax war ein voller Erfolg. Die Stimmung war gelassen und freundlich. Die jungen Asylsuchenden integrierten sich und man kam mit ihnen ins Gespräch. Sie erzählten von ihrer Heimat, ihrer Reise hierher in die Schweiz und von ihren Erlebnissen und Erfahrungen, die sie gemacht haben. Oft waren es sehr eindrückliche Geschichten und man wusste, warum sie hier bei uns Schutz suchen. Wir würden es genauso tun», so Fabio Theus, Mitinitiant des Hilfsprojektes «Ostukraine».

Projekt Ostukraine Laax

Die letzte Reise: Ein Projekt, das Menschen miteinander verbindet

Heute Nachmittag geht das Projekt «Ostukraine» in die nächste Runde. Die mit Möbel vollgepackte Lagerhalle wird nun wieder ausgeräumt. In den vergangenen Tagen machte sich ein grosser Sattelschlepper aus der Ostukraine auf den Weg nach Flims. Nun werden die Möbel aus der Lagerhalle in dieses Fahrzeug geladen. Dafür engagieren sich wieder die freiwilligen Helfer von der Katholischen Kirchgemeinde gemeinsam mit den jungen Asylsuchenden aus Laax und arbeiten – Hand in Hand – für die Betroffenen in der Ostukraine.

 

(Bilder: zVg.)